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Fragen und Antworten zum Projekt Bötersen Z11

1.Wann wurde die Bohrung Bötersen Z11 erstellt?


Die Bohrung Bötersen Z11 wurde von Mai bis August 2011 bis in eine Tiefe von rund 4.800 Metern gebohrt. Aus der Erdgaslagerstätte Bötersen wird seit 1986 Erdgas gefördert. 
Im Zulassungsverfahren für die Bohrung waren das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG), die Gemeinde, der Landkreis, die Untere Wasserbehörde sowie die Untere Naturschutzbehörde beteiligt. ExxonMobil hatte 2011 im Rahmen von mehreren öffentlichen Informationsveranstaltungen Anwohner, Verteter aus Politik und Wirtschaft, Medienverteter, Vereine und Verbände informiert. Mehr als 150 Besucher haben sich damals auf dem Bohrplatz ein eigenes Bild von den Arbeiten gemacht.



2.Wie tief ist die Bohrung?


Sie hat eine Tiefe von etwa 4.800 Meter. Das entspricht der Höhe des Mont Blanc, des höchsten Berges der Alpen bzw. der Entfernung zwischen den naheliegenden Ortschaften Bötersen und Hassendorf.


3.In welchem Gestein befindet sich das Erdgas?


Das Erdgas befindet sich im tief liegenden Gestein rund 4,8 km unter der Oberfläche in so genanntem Rotliegend Sandstein.


4.Sind die seit 2011 ungenutzten Anlagen auf dem Bohrplatz noch zugelassen?


Ja. ExxonMobil hat regelmäßig Inspektions- und Wartungsarbeiten durchgeführt sowie die TÜV-Zulassung der obertägigen Anlagen erneuert.



5.Warum soll jetzt ein Antrag gestellt werden?


Die bereits für 2011 geplanten Frac-Maßnahme hatte ExxonMobil mit Blick auf die öffentliche Diskussion und die daraus resultierende Neuregelung des Rechtsrahmens für die heimische Erdgasförderung zurückgestellt. Im Februar 2017 sind neue Regelungen insbesondere zur Stärkung des Grundwasserschutzes, der Transparenz sowie zur Umweltverträglichkeitsprüfung in Kraft getreten. Darauf basierend überarbeitet ExxonMobil derzeit die Antragsunterlagen. Bisher ist kein Antrag bei der zuständigen Behörde eingereicht worden.



6.Warum ist überhaupt eine Frac-Maßnahme notwendig?


Das Erdgas befindet sich hier in mikroskopisch kleinen Gesteinsporen in der Sandstein-Lagerstätte in rund 4.800 Meter Tiefe. Diese Poren sind nicht ausreichend miteinander verbunden, so dass das Gas allein zum Bohrloch fließen könnte. Die Frac-Maßnahme schafft kleinste künstliche Fließwege im Gestein und sorgt für eine bessere Durchlässigkeit zwischen den Gesteinsporen. 


7.In welcher Tiefe finden die Fracking-Maßnahmen statt?


In einer Tiefe von etwa 4.800 Meter.



8.Ist das Grundwasser / Trinkwasser / die Rotenburger Rinne geschützt?


Ja. Trinkwasserschutz geht vor Energiegewinnung und hat bei der Erdgasförderung oberste Priorität – unabhängig davon, ob das Fracking-Verfahren eingesetzt wird oder nicht. Deshalb ist der Bohrplatz hermetisch abgedichtet und mit einem umlaufenden Rinnensystem versehen. Maßnahmen an der Oberfläche, eine mehrschichtige Verrohrung und Zementierung des Bohrlochs und mehr als zwei Kilometer undurchlässiges Barrieregesteinzwischen den trinkwasserführenden Schichten und der Erdgaslagerstätte stellen sicher, dass der Trinkwasserschutz bei dieser Erdgasbohrung zu jeder Zeit gegeben ist.


Die Frac-Behandlung wird aus dem mehrfach verrohrten Bereich heraus gesteuert, so dass die Frac-Flüssigkeit nicht mit grundwasserführenden Schichten in Kontakt gerät. Die Risse, die im Untergrund durch Fracking erzeugt werden, sind auf die gasführende Lagerstätte begrenzt. Die Fracking-Maßnahme wird in ausreichendem Sicherheitsabstand zu den nutzbaren grundwasserführenden Schichten im Untergrund vorgenommen. Das nutzbare Grundwasser liegt in dieser Region in einer Tiefe bis maximal rund 80 Meter.

Mit dieser Maßnahme erfolgt kein Durchbohren der Rotenburger Rinne. 

Es wurde durch Messungen nachgewiesen, dass die Bohrung das Grundwasser nicht beeinflußt hat. Weitere Messsungen werden die Grundwasserqualität vor, während und nach einer Fracking-Maßnahme überprüfen (siehe dazu Frage 9.).



9.Erfolgt vor der Frac-Maßnahme eine Überprüfung des Trink-/Grundwassers?


Da die Bohrung Bötersen Z11 in einem besonderen öffentlichen Fokus stand, hatte ExxonMobil sich frühzeitig bereit erklärt ein umfassendes Grundwasser-Monitoring durchzuführen. Dabei wurden der Landkreis, die Stadtwerke, die Bürgermeister aus den umliegenden Gemeinden und Vertreter einer örtlichen Bürgerinitiative eingebunden. Ziel des Monitorings ist es, die Grundwasserqualität vor, während und nach einer Fracking-Maßnahme zu ermitteln. Dazu wurden im direkt an den Bohrplatz der Bötersen Z11 angrenzenden Bereich drei Grundwassermessstellen im Anstrom, Abstrom sowie Seitenstrom des Bohrlochs errichtet. Auf Basis von jährlicher Messungen wurde der Nachweis geführt, dass die Bohrung das Grundwasser nicht beeinträchtigt. Erste Ergebnisse wurden beim ExxonMobil- Regionaldialog Rotenburg in Hemslingen am 11. April 2016 vorgestellt. Die Analyse umfasst bei fünf Messterminen pro Grundwasssermessstelle jeweils mehr als 70 verschiedene Stoffe bzw. Parameter. Siehe dazu https://www.erdgas-aus-deutschland.de/de-de/im-dialog/regionaldialog-rotenburg/materialsammlung/materialsammlung.



10.Wird eine Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) durchgeführt?


Ja. Die Umweltverträglichkeit wird umfassend geprüft werden. Die neuen gesetzlichen Anforderungen schreiben eine Umweltverträglichkeitsprüfung mit Öffentlichkeitsbeteiligung vor. In diesem Rahmen werden insbesondere die Auswirkungen auf Menschen und deren Gesundheit, Tiere, Pflanzen, Luft, Wasser, Boden, Kulturgüter und mögliche Wechselwirkungen geprüft.



11.Hat das Projekt etwas mit Schiefergas zu tun?


Nein, im Raum Rotenburg gibt es keine Schiefergasvorkommen. Es handelt sich hier um eine konventionelle Sandstein-Lagerstätte. Aus diesen Lagerstätten wird in Deutschland/Niedersachsen seit vielen Jahrzehnten Erdgas gefördert.


12.Wieso warten Sie nicht, bis Krebsergebnisse vorliegen? Gibt es einen Zusammenhang zwischen Erdgasförderung und Krebserkrankungen im Raum Rotenburg (Niedersachsen)? 


Seit 2014 erwarten Erkrankte und Öffentlichkeit verständlicherweise Antworten auf die Frage, was Ursache für die teilweise erhöhten Krebsraten in der Samtgemeinde Bothel ist. Wir unterstützen dabei jegliche Form von Untersuchungen, die der Ursachenfindung der Häufung von Krebsfällen im Raum Bothel bzw. Rotenburg dienlich sind. Eine vom Niedersächsischen Sozial- und Gesundheitsministerium in 2017 in Auftrag gegebene Abstandsstudie, die untersuchen sollte, ob landesweit Zusammenhänge zwischen der Förderung von Kohlenwasserstoffen und hämatologischen Krebserkrankungen vorliegen, hat keinen generellen Zusammenhang zwischen dem Auftreten von Krebserkrankungen und der Wohnortnähe zu Erdöl- und Erdgasförderanlagen sowie Bohrschlammgruben feststellen können. 




13.Wie lange dauert die Fracking-Maßnahme?


Die Maßnahme selbst wird ca. drei Stunden dauern. Der Auf- und Abbau des Equipments wird insgesamt wenige Wochen dauern. 



14.Wie oft muss gefrackt werden?


Es ist eine einzelne Fracking-Maßnahme geplant. Anschließend kann mehrere Jahre bis Jahrzehnte Erdgas gefördert werden.



15.Wie wird der Frac während der Durchführung kontrolliert?


Es werden alle Maßnahmen ergriffen, um die Integrität der Bohrung und des Equipments zu gewährleisten. Wir werden engmaschig sämtliche Prozessparameter (z.B. Temperatur, Druck, Rissausbreitung) aufzeichnen und überwachen. Zusätzlich werden von einander unabhängige Sicherheitssysteme installiert, die die Einhaltung der festgelegten Prozessparameter sicherstellen (z.B. Drucküberwachung, Pumpabschaltung).



16.Benötigt die Frac-Maßnahme zusätzliche Flächen?


Die Frac-Maßnahme wird auf dem vorhandenen Bohrplatz in der bestehenden Bohrung vorgenommen. Die Hochleistungspumpen, die Container mit der Frack-Flüssigkeit, dem Wasser und zur Entsorgung der rückgeführten Flüssigkeit werden auf dem bestehenden Bohrplatz aufgestellt. Ggf. sind für eine begrenzte Zeit für das Aufstellen von Info-/Besprechungs und Sanitärcontainer sowie für Parkplätze zusätzliche Flächen notwendig (noch unklar gem. B. Stegemerten v. 29.01.2019).



17.Wird das erste mal in der Region gefrackt?


Nein, Fracking ist seit 1961 Realität in Deutschland, es wurden seitdem über 300 Fracs ohne einen einzigen Umweltschaden durchgeführt – davon 88 im Landkreis Rotenburg(Wümme)/Heidekreis.



18.Wann wurde das letzte Mal (in der Region) gefrackt?


Der letzte Frac in Deutschland wurde im Juli 2011 (Buchhorst T12) und in der Region Rotenburg/Heidekreis im Mai 2011 (Worth Z1) durchgeführt.




19.Kam es bisher bei der Anwendung von Fracking in GER zu Umweltschäden?


Nein. Es hat bisher keine Umweltschäden in Deutschland aufgrund von Fracking gegeben. In rund 150 Bohrungen kam das Fracking-Verfahren bisher zum Einsatz, insgesamt mehr als 300 mal. Deutschland hat mehr als 50 Jahre Erfahrung mit dem Fracking-Verfahren. Dabei wurden keine Auswirkungen auf das Trinkwasser festgestellt. Zwischen Wasser- und Gaswirtschaft besteht ein klarer Konsens, dass auch zukünftig die Sicherheit der Ressource Trinkwasser als das wichtigste Lebensmittel in Deutschland nicht gefährdet werden darf. Die deutsche Trinkwasserverordnung setzt schärfste Standards für Trinkwasser weltweit. Engmaschige Kontrollen der zuständigen Behörden stellen sicher, dass die nach der Trinkwasserverordnung geforderten Grenzwerte flächendeckend eingehalten werden.



20.Wie wird die Öffentlichkeit über den Frac informiert bzw. beteiligt?

ExxonMobil wird der hohen Aufmerksamkeit und Bedeutung des Projektes Rechnung tragen und dabei weit über die gesetzlichen Anforderungen der Öffentlichkeitsbeteiligung hinausgehen. Wir werden in einem frühen Projektstadium und bereits vor der gesetzlich verpflichtenden Öffentlichkeitsbeteiligung im Rahmen öffentlicher Veranstaltungen und einer Projektwebsite informieren.Zudem ist für die Genehmigung einer Fracking-Maßnahme ein bergrechtliches Planfeststellungsverfahren mit Umweltverträglichkeitsprüfung und Öffentlichkeitsbeteiligung (UVP-V Bergbau) verpflichtend. Im Rahmen dieses Verfahrens schreibt das LBEG beteiligte Behörden, Gemeinden und anerkannte Naturschutzvereinigungen an. Betroffene Bürgerinnen und Bürger können innerhalb festgesetzter Fristen den Fracking-Plan einsehen und Einwendungen abgeben. Die Einwendungen und Stellungnahmen werden vom LBEG mit den Betroffenen, den Einwendern, den Behörden, den Gemeinden und dem Vorhabenträger erörtert (Erörterungstermin). Der Erörterungstermin wird zuvor ortsüblich (z.B. Presse, Aushänge Gemeinde) bekannt gemacht.



21.Kann die Frac-Maßnahme zu Erdbeben führen?


Nein. Fracking verursacht keine Erdbeben, da die Energie einer Frac-Maßnahme nicht ausreicht, um ein Erdbeben auszulösen. Voraussetzung dabei ist, dass Frac-Maßnahmen nicht in kritisch vorgespannten Gebieten durchgeführt werden. Der geplante Bötersen Z11 Frac liegt entsprechend nicht in einem kritisch vorgespannten Gebiet. Die in der Vergangenheit durchgeführten Fracks in der näheren Umgebung haben daher auch keine Seismizität gezeigt. 


Bei konventionellen Lagerstätten in der auch die Bohrung Bötersen Z11 liegt dauert der eigentliche Frac nur wenige Stunden, und seismische Ereignisse können regelmäßig erst Stunden bis Tage nach dem Beginn der Frackmaßnahme erwartet werden.

Gleichwohl kann die Erdgasförderung durch Druckveränderungen im Speichergestein zu Spannungsunterschieden und zu seismischen Ereignissen führen, die in der Regel nicht spürbar sind. In jedem Fall informieren wir schnell, transparent und nachvollziehbar. Bereits 2007 haben die deutschen Erdgasproduzenten zwischen Elbe und Weser ein seismisches Überwachungssystem installiert, das der wissenschaftlichen Auswertung und Begutachtung seismischer Ereignisse dient, die in Zusammenhang mit der Erdgasgewinnung gebracht werden. Mit unseren 43 hochsensiblen Messstationen erfassen wir auf einer Fläche von 10.000 Quadratkilometern auch die kleinste Erschütterung. Die Messdaten des Systems stehen öffentlich online zur Verfügung: http://www.erdoel-erdgas.de/Themen/Klima-Umwelt/Seismische-Ueberwachung/Buergerinfo-Seismisches-Messsystem. Jeder kann diese Daten und weitere Informationen im Internet unter www.seis-info.de in Echtzeit einsehen. Nicht nur Anwohner und Behörden, sondern auch Forscher nutzen das Portal, um ein besseres Verständnis dafür zu gewinnen, was unter der Erde vor sich geht.


22.Woraus besteht die Frac-Flüssigkeit?

Die für diesen Frac vorgesehene Flüssigkeit entspricht höchsten Standards für Gesundheit und Umwelt. Das Flüssigkeitgemisch ist nicht wassergefährdend, enthält keine umweltgefährdenden Stoffe und auch keinerlei giftige Substanzen. Die Zusammensetzung der Frac-Flüssigkeit bestimmt sich nach zahlreichen individuellen Parametern, wie zum Beispiel den Temperatur- und Druckbedingungen dieser Lagerstätte und Bohrung. Die Flüssigkeit besteht zu über 97% aus Wasser. Hinzu kommen Stützmittel – das ist natürlicher Quarz- oder Keramiksand.  Er dient dazu dem Erdgas die künstlich geschaffenen Fließwege im Gestein offen zu halten. Dem Wasser werden zudem chemische Substanzen beigemischt (sog. Additive). Diese dienen im Wesentlichen dazu, dass der Sand im Wasser getragen werden kann und Reibung vermindert wird. Viele der eingesetzten Additive sind - ebenfalls in verdünnter Form - auch aus dem Haushalt bekannt, wie zum Beispiel Geschirrspülmittel, Füllstoff in Windeln, Farbstoffe/Lacke, Tierfutter und Nahrungsergänzungsmittel (Viamin B4).
Mit Antragseinreichung wird ExxonMobil die detaillierte Zusammensetzung der Frac-Flüssigkleit veröffentlichen.

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