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Warum Deutschland Erdgas braucht

Als hoch entwickelter Wirtschaftsstandort ist Deutschland auf eine absolut verlässliche Energieversorgung angewiesen. Dies gilt für Industrieunternehmen, Handwerksbetriebe, Kommunen und private Haushalte gleichermaßen.

Eine sichere Energieversorgung basiert auf der Nutzung verschiedener Energieträger, die sich gegenseitig ergänzen. In Deutschland tragen zurzeit neben der Kernenergie mit 6,1 Prozent insbesondere die fossilen Energieträger mit 80,3 Prozent, aber auch erneuerbare Energien mit 13,6 Prozent zur Energieversorgung bei (Stand: 03/2018, Quelle: AG Energiebilanzen e.V.).

Tabelle — Primärenergieverbrauch in Deutschland 2017
Quelle: Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen (AGEB), Stand: März 2017
 

Als Primärenergie bezeichnet man die in natürlichen Energieträgern (z.B. Mineralöl) vorhandene Energie, die noch keiner Umwandlung oder Aufbereitung (z.B. in Benzin oder Diesel) unterworfen wurde. Der Primärenergieverbrauch (PEV) zeigt die Anteile der einzelnen Energieträger an der gesamt benötigten Energiemenge in Deutschland, z.B. zum Heizen oder Beleuchten.

Nach Berechnungen der AG Energiebilanzen stieg der Verbrauch an Primärenergieträgern in Deutschland 2017 um knapp 1 Prozent auf 13.550 Petajoule (PJ) gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Als Hauptgrund für die Verbrauchssteigerung werden das kräftige gesamtwirtschaftliche Wachstum, eine deutliche Zunahme des Verbrauchs im produzierenden Gewerbe sowie der weitere Bevölkerungszuwachs  genannt, während das Wetter keine große Rolle für die Entwicklung des Energieverbrauchs spielte, weil 2017 im Durchschnitt nur wenig wärmer war als das Vorjahr. Der Erdgasverbrauch verzeichnete dabei ein Plus von knapp 6 Prozent. Als Hauptgrund nennt die AG Energiebilanzen einen Anstieg des Einsatzes von Erdgas in den Kraftwerken zur Strom- und Wärmeversorgung.

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Erdgasbedarf wird aus verschiedenen Quellen gedeckt

Erdgas spielt heute bereits eine ganz wesentliche Rolle bei der Energieversorgung in Deutschland. Um eine verlässliche Versorgung dauerhaft sicherzustellen, kommt es darauf an, den Bedarf aus verschiedenen Quellen zu decken. Im Jahr 2016 wurden 92 Prozent des benötigten Erdgases importiert. Davon stammt der größte Anteil aus Russland. Auch Norwegen (30 Prozent) und die Niederlande (22 Prozent) sind wichtige Bezugsquellen. Es zeigt sich jedoch, dass die großen herkömmlichen Lagerstätten in Westeuropa ihr Produktionsmaximum erreicht oder sogar überschritten haben. Umso wichtiger ist es daher, neue Vorkommen zu erschließen.

Tabelle — Versorgung deutscher Erdgasmarkt 2016

BGR Studie sieht großes Erdgaspotenzial in Deutschland

8 Prozent des verbrauchten Erdgases stammen aus heimischen Lagerstätten. Die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) hat in ihrer Studie „Schieferöl und Schiefergas in Deutschland - Potenziale und Umweltaspekte“ im Januar 2016 festgestellt, dass Deutschland über nennenswerte zusätzliche Quellen verfügt. Allein im Schiefergestein verfügt Deutschland über Erdgasmengen zwischen 3,6 Billionen m3 und 15,9 Billionen m3. Nicht alle Erdgasmengen aus Schiefergestein sind technisch förderbar. Aufgrund von Vergleichen mit den USA, wo seit Jahren Schiefergas gefördert wird und ausgehend von einem konservativen Ansatz kommt die BGR auf technisch gewinnbare Erdgasmengen von bis zu 2,03 Billionen m3, was etwa dem 200-fachen der derzeitigen Jahresproduktion entspricht. Zum Vergleich: Ein durchschnittlicher Haushalt verbraucht im Jahr etwa 600 m3 Erdgas, das heißt, mit dieser Menge könnten alle Haushalte in Deutschland über 80 Jahre mit Erdgas versorgt werden.

Ein Blick in die USA

In den USA stammt ein beträchtlicher Teil des derzeit produzierten Erdgases aus Schiefergestein. Tendenz weiter steigend. Als Folge sind die Preise für den Energieträger Erdgas deutlich gesunken.

Tabelle — Preisentwicklung in den USA, Europa und Asien

In den vergangenen zehn Jahren ist das Bruttoinlandsprodukt der USA um 15 Prozent gestiegen, während der Energieverbrauch um zwei Prozent gesunken ist. Mit den gesunkenen Preisen hat Erdgas bei der Verstromung in den USA Kohle als wichtigsten Energieträger abgelöst. Seit 2008 sank der Kohleanteil von 48 Prozent auf 30 Prozent in 2017, während Erdgas seinen Anteil von 22 Prozent auf 32 Prozent steigern konnte. Dank dieser Entwicklung konnten die USA ihre CO2 Emissionen von 2005 bis 2016 um etwa 800 Millionen Tonnen senken. Dabei sind die Einsatzgebiete für Erdgas in den USA nicht nur auf Stromerzeugung begrenzt. Etwa ein Fünftel der Energie, die in den Vereinigten Staaten verbraucht wird, fließt in Erdgasendgeräte.

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