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Projektbeschreibung "Fördermengenerhöhung Goldenstedt Z23"

ExxonMobil fördert im Produktionsbereich Weser Ems West seit 55 Jahren Erdgas aus derzeit rund 96 Förderbohrungen.

Die Produktionsbohrungen Goldenstedt Z23 ist bereits abgeteuft, der zugehörige Förderplatz errichtet und die Zulassungen für die Gewinnung von Erdgas erteilt. Der Betriebsplatz Goldenstedt Z23 befindet sich in der Stadt Vechta (Landkreis Vechta), ca. 450 m nördlich des Stadtteils Oythe. In einem Abstand von ca. 65 m zur Goldenstedt Z23 befindet sich die Erdgasproduktionsbohrung Goldenstedt Z9. Diese fördert bereits seit 1982 Erdgas. Die beiden Betriebsplätze grenzen direkt aneinander an. Die obertägigen Anlagen zur Erdgasaufbereitung (Gastrocknungsanlage) der Goldenstedt Z9 werden teilweise auch von der Goldenstedt Z23 genutzt. Im Rahmen der Fördermengenerhöhung der Goldenstedt Z23 müssen weder der Förderplatz der Goldenstedt Z23 noch der benachbarte Förderplatz der Goldenstedt Z9 temporär oder dauerhaft erweitert werden. Zurzeit erfolgt eine gedrosselte Erdgasförderung der Goldenstedt Z23. Zur Durchführung der Fördermengenerhöhung müssen auf den bereits im heutigen Betrieb prozesstechnisch zusammenhängenden und unmittelbar benachbarten Plätzen Goldenstedt Z23 und Z9 lediglich Umbaumaßnahmen an den obertägig vorhandenen technischen Anlagen zur Gastrocknung durchgeführt werden.

1. Erforderliche technische Anpassungen den Gastrocknungsanlagen (GTA)

GTA Goldenstedt Z23

Der Förderplatz Goldenstedt Z23 wird im Rahmen der Fördermengenerhöhung weder temporär noch dauerhaft erweitert. In Bezug auf die geplante Fördermengenerhöhung muss lediglich die Gastrocknungskapazität der Anlage angepasst werden.

Für die Fördermengenerhöhung werden die zwei derzeit vorhandenen Absorber mit einer Höhe von 3,50 m durch einen einzelnen Absorber mit höherer Leistung ersetzt. Der neue und ca. 6,50 m hohe Absorber wird auf die Position der zwei abzubauenden Absorber gesetzt. Der bisher freistehende Stahlbaurahmen der mobilen Gastrocknungsanlage wird aufgrund der höheren Dimensionierung des neuen Absorbers mit dem Fundament verankert.

Der Glykolkreislauf als Teil der GTA wird optimiert. Dazu wird zur Abscheidung von nicht löslichen Erdgasbestandteilen ein Skimmer in den Glykolkreislauf integriert. Der Skimmer ist ein kleiner rohrförmiger Behälter von ca. 2,00 m Höhe. Der Einbau des zusätzlichen Skimmers hat zum Ziel, die Nutzungsdauer einer Glykolfüllung zu verlängern. Der Totalaustausch von Glykol erfordert eine Förderunterbrechung, die dann zukünftig seltener erforderlich sein wird.

Weitere Modifikationen sind an der GTA der Goldenstedt Z23 nicht erforderlich. Insgesamt entstehen durch die Umbauarbeiten keine wesentlichen Änderungen im Erscheinungsbild der technischen Anlagen und damit keine Erhöhung der Wirkungen auf die Umgebung über den derzeitigen Zustand hinaus.

Gastrocknungsanlage Z9 Goldenstedt Z9

Auf dem Förderplatz Goldenstedt Z9 muss ebenfalls lediglich die Kapazität der Gastrocknungsanlage angepasst werden.

Der vorhandene Erdgaskühler muss aufgrund der geplanten Fördermengenerhöhung der Produktionsbohrung Goldenstedt Z23 durch ein leistungsfähigeres Modell ersetzt werden.

Die Leistung der Erdgastrocknung (Glykol-Kreislauf) muss der Fördermengenerhöhung entsprechend ebenfalls angepasst werden. Dazu ist es erforderlich, die bestehende Glykol-Regeneration durch ein Modell mit leistungsstärkerem Brenner zu ersetzen. Das äußere Erscheinungsbild der Glykol-Regeneration unterscheidet sich nicht von dem zurzeit installierten Aggregat.

Der Glykolkreislauf der Goldenstedt Z9 wird analog des Umbaus der Goldenstedt Z23 ebenfalls modifiziert. Zur Abscheidung von nicht löslichen Erdgasbestandteilen aus dem Glykol wird ebenfalls ein Skimmer in den Kreislauf integriert.

Weitere Modifikationen sind an der GTA der Goldenstedt Z9 nicht erforderlich. Insgesamt entsteht durch die Umbauarbeiten keine wesentliche Änderung im Erscheinungsbild der technischen Anlagen.

2. Lagerstättenwasser

Derzeit wird das an beiden Betriebsplätzen anfallende Lagerstättenwasser in jeweils einem Tank gelagert und alle zwei Tage durch einen Tankwagen (TKW) abgefahren. Durch die Fördermengenerhöhung und die dadurch bedingte Erhöhung des anfallenden Lagerstättenwassers ist zukünftig eine TKW-Abfahrt pro Tag erforderlich.

3. Emissionen

Lärm

Während der Umbauarbeiten kommt es zu temporären Lärmemissionen durch den Baustellenbetrieb. Eine dauerhafte Zunahme an Lärmemission ist hingegen nicht zu erwarten. Geräusche während des Förderbetriebs werden hauptsächlich durch die Glykolpumpen und die Lüfterantriebe der Erdgaskühler verursacht. Betriebsdauer und Drehzahl dieser Aggregate ändern sich nicht. Deshalb kann eine Zunahme der betriebsbedingten Lärmemissionen über den derzeitigen Zustand hinaus ausgeschlossen werden.

Luftschadstoffe

Das Erdgas der Bohrungen Goldenstedt Z9 und Goldenstedt Z23 wird in geschlossenen Systemen aufbereitet (getrocknet) und weitertransportiert. Es entstehen bei der Druckentspannung von Lagerstättenwasser und Glykol jedoch Entlösungsgase, die das geschlossene System verlassen. Diese aus Erdgasbestandteilen bestehenden Gase werden über einen Aktivkohlefilter geführt und anschließend in einer Bodenfackel bei mindestens 850°C zu Kohlendioxid und Wasser verbrannt. Die anfallende Menge an zu verbrennenden Entlösungsgasen hängt überwiegend von der eingesetzten Glykolmenge ab.

Durch Optimierung der Prozessführung, eine höhere Kühlerleistung auf der Goldenstedt Z9 nach dem Umbau und einen Mitteldruckteil mit Joule-Thomson Kühleffekt auf der Goldenstedt Z23, wird die Effizienz des Aufbereitungsprozesses verbessert, so dass die eingesetzte Glykolmenge nicht erhöht werden muss. Damit bleibt die Menge an Entlösungsgasen zur Verbrennung etwa gleich. Die Menge an Luftschadstoffen, hauptsächlich CO2, ändert sich nicht wesentlich.

4. Bauphase und zeitlicher Ablauf

Die gesamten Umbauarbeiten werden ca. bis zu 4 Monate in Anspruch nehmen und sollen direkt im Anschluss an die Zulassung des Vorhabens beginnen.

Dabei wird die Baustelleneinrichtung etwa 2 Tage in Anspruch nehmen. Zur Einrichtung der Baustelle werden voraussichtlich 4 Container (Bauleitung, Rohrleitungsbau, Technik (Elektro-, Mess-, Steuerungs, und Regelungstechnik) und Sanitär) benötigt. Die Container verbleiben über die gesamte Bauzeit von ca. 4 Monaten vor Ort.

Die Umbauarbeiten beginnen mit den Arbeiten auf der Goldenstedt Z9 und dauern ca. 2 Monate. Die Arbeiten auf der Goldenstedt Z23 werden im Anschluss begonnen und werden ca. 1,5 Monate in Anspruch nehmen.

Nach dem jeweiligen Umbau der Anlage werden die Anlagen direkt wieder in Betrieb genommen. Die Dauer der Testphase der Anlagen beträgt jeweils ca. 3 Tage.

Nach der Testphase erfolgt der Rückbau der Baustelle. Für die Bauarbeiten, die auf den Erdgasförderplätzen nacheinander durchgeführt werden, sind ca. 15 Personen gleichzeitig im Einsatz. Zu Spitzenzeiten werden 25 Personen eingesetzt.

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