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Projektbeschreibung "Versenkbohrung Dötlingen T1"

ExxonMobil fördert im Produktionsbereich Weser-Ems-West seit 55 Jahren Erdgas aus derzeit 96 Förderbohrungen.

Bei der Erdgasförderung fällt an jeder Erdgasförderbohrung Lagerstättenwasser in unterschiedlicher Menge an. Dieses Wasser wird in der Regel am Ort der Produktion vom Erdgas abgetrennt, in Tanks gesammelt und anschließend per TKW oder Leitungen abtransportiert. Über bereits vorhandene Bohrungen wird das Lagerstättenwasser dauerhaft in ehemalige oder noch produzierende Erdgaslagerstätten eingebracht. Dieser Vorgang wird als untertägige Ablagerung (Versenken) bezeichnet.

Die Bohrung Dötlingen T1 wurde bereits im Jahre 1964 abgeteuft, der zugehörige Betriebsplatz errichtet und die Zulassungen für die Gewinnung von Erdgas erteilt.

Der Betriebsplatz Dötlingen T1 liegt im Bereich der Gemeinde Großenkneten zwischen den Ortschaften Glane und Moorbek. Die nächstgelegene Ortschaft Hespenbusch befindet sich ca. 1,5 km westlich, der Ortsrand von Dötlingen ca. 3 km östlich des Vorhabens. In direkter Nachbarschaft zur Dötlingen T1 befindet sich in südwestlicher Richtung ein Betriebsgelände, das von Gasunie Deutschland Transport Services GmbH genutzt wird.

Die Bohrung förderte bis 1978 Erdgas und diente von 1983 bis 2011 zur Beobachtung des Druckes im Erdgasspeicher Dötlingen.

Durch diese Bohrung soll zukünftig Lagerstättenwasser in die ausgeförderte Lagerstätte Dötlingen in einer Tiefe von ca. 2.680 m eingebracht und abgelagert werden.

Erforderliche Umbauarbeiten

Für das geplante Vorhaben ist eine Erweiterung und Befestigung des vorhandenen Betriebsplatzes um ca. 10 m nach Nord-Westen erforderlich. Weiterhin wird die Betriebszufahrt, von der Kreisstrasse 242 kommend, auf einer Länge von ca. 40 m verbreitert und zweispurig ausgebaut. In diesem Zuge werden auch die vorhandene Fahrbahn und die Bankette erneuert. Die Gestaltung des Betriebsplatzes, Fahrbahnmarkierungen und die Beleuchtung sind so ausgeführt, dass ein sicheres Anfahren der Anlage gewährleistet wird. Die Dauer dieser Arbeiten wird ca. 8 Wochen betragen.

Nach dem Platzbau erfolgt der Austausch des Förderrohres in der Bohrung gegen ein neues, das für die Einleitung von Lagerstättenwasser geeignet ist. Mit dem neuen Rohrstrang werden zwei Untertage-Druckmeßgeräte eingebaut, mit denen der Druck in der Lagerstätte ständig überwacht werden kann. Für diese Arbeiten wird auf dem Betriebsplatz für ca. 4 Wochen eine Aufwältigungsanlage errichtet, ähnlich einer Bohranlage.

Nach Abbau der Aufwältigungsanlage erfolgt der ca. 12-wöchige endgültige Ausbau des Betriebsplatzes, inklusive der Fertigstellung der Entwässerungseinrichtungen für Niederschlagswasser.

Im Anschluss daran werden die im Folgenden beschriebenen obertägigen Anlagen innerhalb von voraussichtlich ca. 16 Wochen errichtet.

  • Eine Tankkesselwagen (TKW) – Entladeeinrichtung mit Gaspendelung und doppelwandigen Schläuchen. Sie ermöglicht das Entladen im geschlossenen System, sodass bei der Entladung keine Gase ins Freie gelangen. Abrisskupplungen stellen sicher, dass auch bei unsachgemäßer Handhabung die Schläuche zwischen TKW und Verladestation leckagefrei getrennt werden.
  • Zwei doppelwandige Bereitstellungstanks mit jeweils 100 m³ Fassungsvermögen zur Aufnahme des Lagerstättenwassers.
  • Ein Pumpenhaus mit zwei Pumpen zum Transport des Lagerstättenwassers aus den Tanks in die Bohrung.
  • Doppelwandige Rohrleitungen zum Wassertransport, diese verbinden TKW-Enladeeinrichtung, Tanks, Pumpen und Bohrung miteinander.
  • Ein Messhaus mit Einrichtungen, die der Überwachung und Bedienung der Anlage sowie der Datenübertragung an die Messwarte im Betrieb Großenkneten dienen.

Insgesamt wird die Bauphase ca. 10 Monate dauern.

Dötlingen T1 geplanter Aufbau von oben
Foto — Prinzipskizze des Sondenplatzes mit den geplanten Aufbauten (Aufsicht)

Betriebsablauf

Das Lagerstättenwasser wird per Tankkesselwagen zum Betriebsplatz Dötlingen T1 transportiert. Im Regelbetrieb ist mit täglich ca. 3 – 6 TKW zu rechnen, entsprechend alle 2 - 4 h ein TKW. Die dabei transportierte Menge beträgt ca. 60 – 130 m³ pro Tag. Planmäßig finden die Entladevorgänge zwischen 06:00 und 20:00 Uhr statt.

Dötlingen T1 geplanter Aufbau von der Seite
Foto — Prinzipskizze Aufstellung (Seitenansicht)

Auf dem Betriebsplatz der Dötlingen T1 erfolgt eine Verladung des Lagerstättenwassers vom TKW in die Tankanlage. Aus den Tanks wird das Lagerstättenwasser über eine kurze Rohrleitung in die Bohrung Dötlingen T1 gepumpt. In einer Tiefe von ca. ca. 2.680 m fließt das Wasser durch eine vorhandene Perforation in der einzementierten Verrohrung in das Lagerstättengestein. Dort verteilt sich das Wasser in den Gesteinsporen, unter Verdrängung und Kompression des in den Poren befindlichen Gases und Lagerstättenwassers.

Die Anlage Dötlingen T1 arbeitet vollautomatisch ohne Personal vor Ort. Nur während des Entladevorgangs aus dem TKW wird die Anlage durch den TKW-Fahrer bedient. Der ordnungsgemäße Betrieb der Anlage wird aus der ständig besetzten Messwarte in Großenkneten überwacht. Im Bedarfsfall kann die Anlage auch vor Ort von einem Bedienterminal im Messhaus gesteuert und überwacht werden.

Geologie des Ablagerungshorizontes

Bei dem Erdgasfeld Dötlingen handelt es sich um eine konventionelle Erdgaslagerstätte. Das Gas entstand im sogenannten Muttergestein, den Karbon-Kohleflözen, in einer Tiefe von mehr als 4000 m. Von dort ist es im Laufe der Erdgeschichte in die darüber liegenden porösen Gesteinsschichten eingewandert. In einer Fangstruktur unterhalb des gas- und wasserundurchlässigen Deckgebirges hat sich das Gas angesammelt und im Solling-Sandstein, in einer Tiefe zwischen ca. 2600 m und 2700 m, eine Erdgaslagerstätte gebildet.

Dötlingen T1 geologischer Schnitt
Foto — Dötlingen T1 geologischer Schnitt

Das über 2500 m mächtige Deckgebirge gewährleistet eine sichere Abtrennung zwischen den oberflächennahen süßwasserführenden Schichten und der Lagerstätte. Innerhalb des Deckgebirges bestehen die abdichtenden geologischen Barrieren aus ca. 200 m Steinsalz und insgesamt ca. 1000 m mächtigen Tonschichten.

Dötlingen T1 geologische Barrieren
Foto — Dötlingen T1 geologische Barrieren

Während der Förderung des Erdgases wurde der Druck in der Lagerstätte abgesenkt. Durch das Einbringen des Lagerstättenwassers wird der Druck dort wieder ansteigen, jedoch den ursprünglichen Druck nicht wieder erreichen. Die Kontrolle des Lagerstättendrucks erfolgt durch die in der Bohrung installierten Druckmeßgeräte, die ihre Daten fortlaufend in die Messwarte Großenkneten übertragen.

Emissionen

Lärm- und Lichtemissionen

Während der Umbauarbeiten kommt es zu temporären Lärm- und Lichtemissionen durch den Baustellenbetrieb.

Im dauerhaften Betrieb werden Geräusche hauptsächlich durch die TKW-Entladung und die Pumpen verursacht. Während der Entladung sind Lichtemissionen durch die Platzbeleuchtung zu erwarten.

Luftschadstoffe

Das Lagerstättenwasser wird in einem geschlossenen System geführt. Es entstehen in den Tanks zeitweise Entlösungsgase, die sich aus Erdgasbestandteilen zusammensetzen. Diese werden über einen Aktivkohlefilter geführt und anschließend in einer Bodenfackel bei mindestens 850°C zu Kohlendioxid und Wasser verbrannt.

Dabei werden die gesetzlichen Grenzwerte für diese Emissionen eingehalten.

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