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Umweltzahlen 2015 - Betriebsbereich Söhlingen

Es gehört zu den Unternehmensgrundsätzen der ExxonMobil, ihre Geschäfte auf eine Weise auszuüben, die mit den jeweiligen umweltpolitischen und wirtschaftlichen Anforderungen der Länder übereinstimmt, in denen sie tätig wird. Das Unternehmen ist bei allen Aktivitäten ständig bestrebt, den Umweltschutz zu verbessern.

So gehört unter anderem zu diesen Grundsätzen:

  • Forschung durchzuführen und zu unterstützen
  • Produktionsprozesse und Produkte umweltverträglicher zu gestalten und
  • den öffentlichen Dialog über Umweltschutzmaßnahmen zu führen.

Für die Beurteilung und Beherrschung von Risiken und Gefahren verfügen wir über Managementmethoden, deren effektive Anwendung und Umsetzung ständig überprüft und weiterentwickelt werden.

Die Aufsuchung und Gewinnung von Erdgas ist mit Einflüssen auf die Umwelt und den Verbrauch von Wasser, Hilfsstoffen und Energie sowie Emissionen verbunden.

Dabei ist es unser Ziel, diese Einflüsse bei unseren Aktivitäten zu minimieren und ohne Unfälle und schädliche Umwelteinwirkungen durchzuführen. Wir zeigen hier die Umweltzahlen für die Jahre 2013 - 2015 für die Bereiche:

  • Luft (gasförmige Emissionen)
  • Wasser (Frischwasser / Abwasser / Lagerstättenwasser)
  • Gefahrstoffe (Art / Menge)
  • Gefahrgut (Transporte)
  • Abfall (Flüssigkeiten, Feststoffe)
  • Energie
  • Lärm
  • Leckagen
  • Umweltmaßnahmen

Produktionsbereich Elbe-Weser

Der Produktionsbereich Elbe-Weser beinhaltet die 6 Feldesbereiche Mulmshorn/ Bötersen, Söhlingen, Walsrode, Soltau, Munster und Thönse. Die Zentrale des Bereiches befindet sich im Betrieb Söhlingen

  • Anzahl Produktionssonden: 60
  • Jährliche Produktion: ca. 1,5 Mrd. m3
  • Länge Feldesleitungen: ca. 450 km

Produktionsbereich Elbe / Weser
Foto — Produktionsbereich Elbe / Weser

Betriebsplatz Söhlingen
Foto — Betriebsplatz Söhlingen

Luft (Gasförmige Emissionen)

Die wesentlichen Quellen für Emissionen in die Luft stellen die Tankkraftwagen (TKW)- Verladung, Gastrocknungsanlagen (Stripgas), Gasverdichter und Druckentlastungen bei Reparaturarbeiten an Erdgassonden dar. Dabei kommt es im Wesentlichen zu Emissionen von Methan (CH4) und flüchtigen Kohlenwasserstoffen inklusive Benzol (VOC). Kohlenoxide (COx) sowie Stickoxide (NOx) treten insbesondere dann auf, wenn Verbrennungsprozesse stattfinden (Fackel, Glykolregeneration). Schwefeloxide (SOx) fallen gar nicht an, da das Erdgas frei von Schwefelverbindungen ist.

Methan (CH4)

Da unverbranntes Methan in der Atmosphäre zum Treibhauseffekt beiträgt, versuchen wir, die Emissionen auf ein ökologisch und ökonomisch vertretbares Maß zu reduzieren. Die Hauptquellen für die Methanemissionen sind Entlösungsgase bei der Entspannung von Lagerstättenwasser auf Atmosphärendruck sowie Stripgase (Süßgas), die bei der Glykolregeneration an Gastrocknungsanlagen eingesetzt und nicht wieder in den Prozess zurückgeführt werden können. Diffuse Methanemissionen entstehen durch Freisetzung über Armaturen, Flanschverbindungen, Stopfbuchsen sowie Dichtungen von Kompressoren und Pumpen. Bei der Berechnung der diffusen Emissionen wurde ein in der Erdgasbranche üblicher Emissionsfaktor von 5 kg Methan pro 1 Mio m³ Gasproduktion zu Grunde gelegt. Die Gesamtmenge der Methanemissionen liegt bei ca.140t pro Jahr.

Tabelle — Methan-Emissionen (Angaben in Tonnen)

Flüchtige Kohlenwasserstoffe (VOC)

Flüchtige Kohlenwasserstoffe kommen im Erdgas im einstelligen Prozentbereich vor. Es handelt sich dabei um kohlenstoffhaltige organische Stoffe, die leicht verdampfen bzw. schon bei niedrigen Temperaturen als Gas vorliegen. Die Siedepunkte liegen zwischen 60°C und 260°C. Benzol ist Bestandteil der VOC, Methan gehört nicht dazu und wird gesondert ausgewiesen. Die VOC-Emissionen entsprechen ca. 5 Vol.% der Methanemissionen. Die Gesamtmenge der VOC-Emissionen liegt bei ca. 10t pro Jahr.

Tabelle — VOC-Emissionen (Angaben in Tonnen)

Benzol gehört zu den VOC und hat daran einen Anteil von ca. 17 Vol.%. Die Hauptquellen der Benzolemissionen sind die gleichen Anlagen wie für Methanemissionen, die Entlösungsgase bei der Entspannung von Lagerstättenwasser sowie die Gastrocknungsanlagen. Die Gesamtemissionen liegen bei ca. 1,5t pro Jahr.

Kohlenoxide (COx)

Zu den Kohlenoxiden gehören Kohlenmonoxid (CO) und Kohlendioxid (CO2). CO entsteht bei der unvollständigen Verbrennung von Erdgas. Deshalb wurden auch nur Emissionen für Fackeln und die Glykolregeneration ausgewiesen. Die Gesamtmenge konnte von 33t auf ca. 11t im Jahr 2015 reduziert werden (Bild 5). CO2 ist Bestandteil des Erdgases und entsteht bei der vollständigen Verbrennung kohlenstoffhaltiger Verbindungen. Der deutliche Rückgang der Fackelemissionen für das Jahr 2015 von ca. 4.600t auf ca. 3.500t ergibt sich überwiegend aus dem Wegfall des Sondenplatzes Husum sowie der reduzierten Anzahl von Aufarbeitungen an Bohrungen. Die Erhöhung der Emissionen von 2013 zu 2014 und 2015 bei der Glykolregeneration ergibt sich aus dem leichten Anstieg der Verwässerung der Bohrungen und damit einem erhöhten Trocknungsaufwand. 

Tabelle — CO2-Emissionen (Angaben in Tonnen)

Stickoxide (NOx)

Zu den Stickoxiden gehören Stickstoffmonoxid (NO) und Stickstoffdioxid (NO2). NO entsteht bei der unvollständigen Verbrennung von Erdgas. NO2 entsteht bei der vollständigen Verbrennung kohlenstoffhaltiger Verbindungen mit dem Stickstoff der Luft. Die Erklärung für den Abfall der Stickoxidemissionen bei den Fackeln und der leichte Anstieg bei der Glykolregeneration entspricht der Erklärung der Kohlenoxidemissionen. Die Gesamtmenge an NOx liegt 2015 bei ca. 2t. 

Tabelle — NOX-Emissionen (Angaben in Tonnen)

Wasser (Frischwasser / Abwasser / Lagerstättenwasser)

Frischwasser

Frischwasser wird über das öffentliche Netz oder eigene Brunnen bezogen und für die Reinigung von Anlagenteilen, Bohrlocharbeiten, Druckprüfungen bei Pipelines sowie Sanitäranlagen benötigt. Prozesstechnisch wird kein Frischwasser verwendet. Die Gesamtmenge wurde in den letzten 3 Jahren um ca 35% reduziert. Ca. 85% des Frischwassers werden nach dem Kontakt mit Bohrequipment dem Lagerstättenwasser zugeführt.

Tabelle — Frischwasserbezug in m3

Abwasser

Das Abwasser setzt sich aus verschmutztem Oberflächenwasser und Wasser aus Sanitäranlagen zusammen. Es gelangt nach einer Vorreinigung über das Abwassernetz bzw. mit Tankfahrzeugen entweder in öffentliche Kläranlagen oder direkt in den Vorfluter bzw. wird verrieselt. Die Qualität der betrieblichen Abwässer wird durch Analysenberichte dokumentiert. Aufgrund der Stilllegung von 2 Sondenplätzen wurde das dort aufgefangene Regenwasser 2014 / 2015 nicht verrieselt, sondern als Abwasser entsorgt. Verbrauchte Kühlwässer oder andere Prozessabwässer fallen nicht an. Die Gesamtmenge der angefallenen Abwässer betrug ca. 600m³ pro Jahr. 

Tabelle — Abwasser in m3

Lagerstättenwasser

Lagerstättenwasser (LaWa) wird mit dem Erdgas an die Oberfläche gefördert und über Abscheider direkt an der Bohrung oder an einer zentralen Trocknungsanlage abgeschieden und in Tanks gesammelt. Das Erdgas enthält 20 - 1.000 cm³ LaWa pro m³ Gas. Von den Gastrocknungsanlagen wird das Lagerstättenwasser entweder mit TKWs (20 - 25 m³ Fassungsvermögen) zu den Sammeltanks an insgesamt 5 Versenkbohrungen gefahren oder über Pipelines zu den Tanks gepumpt. In den Sammeltanks an den Versenkbohrungen werden die Kohlenwasserstoffphase und Feststoffe abgetrennt. Nur die wässrige Phase wird in den Versenkhorizont gepumpt. Über das Pipelinenetz (ca. 75 km) werden ca. 60% des Lagerstättenwassers transportiert. Die Leitungen werden aus Sicherheitsgründen monatlich beflogen.

Anfall, Transport und Versenkung von Lagerstättenwasser
Foto — Anfall, Transport und Versenkung von Lagerstättenwasser

Die Gesamtmenge an Lagerstättenwasser beträgt ca. 150.000 m³ pro Jahr. 

Tabelle — Lagerstättenwasser in m3

Das Lagerstättenwasser ist hoch salin und enthält an gelösten Salzen bis zu 63% Natriumchlorid sowie bis zu 29% Kalziumchlorid und wenige Prozente an Kalium-, Magnesium- und Strontiumchlorid. Andere Salze wie Bromide, Jodide, Sulfate und Hydrogencarbonate betragen in der Summe ca. 1%. Der Benzolanteil liegt bei weniger als 0,1% und der Quecksilberanteil unter 1mg/l. Das Lagerstättenwasser ist der Wassergefährdungsklasse 2 (WGK=2) zugeordnet.

Gefahrstoffe

In dem Bereich Elbe-Weser wurden im Wesentlichen 9 verschiedene Additiv-Typen eingesetzt. Dabei wird fortwährend der Einsatz von Ersatzstoffen mit geringerem Gefährdungspotential geprüft, um die Umwelteinwirkungen weiter zu reduzieren. Bei den für die Erdgasgewinnung und Aufbereitung notwendigen Additiven handelt es sich um Inhibitoren, Trocknungs-, Adsorptions- und Lösungsmittel sowie Entschäumer und Emulsionsspalter. Der größte Anteil von ca. 80% fällt dabei auf die Inhibitoren und Gastrocknungsmittel. Die Gesamtmenge der Additve liegt im Schnitt bei ca. 270t pro Jahr. Die Schwankungen der Mengen hängen überwiegend von den Bestellzeiträumen und nicht von der geförderten Gasmenge ab.

Tabelle — Verwendete Additive

Gefahrgut (Transporte)

Gefahrgüter, die mittels TKW über die Straße transportiert wurden, sind Lagerstättenwasser, Kraftstoffe und Feststoffablagerungen aus der Reinigung von Anlagen oder Anlagenteilen. Die Flüssigkeitstransporte stellen mit ca. 99% den mit Abstand größten Teil der Gefahrguttransporte dar

Tabelle — Gefahrguttransporte in Tonnen

Abfall

Zur Aufbereitung von Erdgas fallen Lagerstättenwasser als Hauptbestandteil der flüssigen gefährlichen Abfälle (> 90%) sowie verschiedene Additive, die nach Verwendung ebenfalls entsorgt werden müssen, an. Bei den Feststoffen gehen ca. 20% der Abfälle in die Wiederverwertung. Die restlichen ca. 80% werden auf Deponien entsorgt oder in Verbrennungsanlagen beseitigt. Ein kleiner Anteil enthält natürlich vorkommende radioaktive Stoffe (NORM) und muss deshalb gesondert behandelt und entsorgt werden. Die Abfälle wurden in Gefahrgutklassen eingeteilt, da sie als Gefahrgut transportiert werden. Bei den Flüssigkeiten fallen die Gefahrgutklassen 2 (Gase), 3 (entzündbare flüssige Stoffe) und 8 (ätzende Stoffe) an. Auf die Klasse 3 mit dem Hauptanteil Lagerstättenwasser entfallen 99% der Flüssigkeitstransporte.

Tabelle — Gefährliche Abfälle / Flüssigkeiten

Bei den Feststoffen fallen die Gefahrgutklassen 4.1 (entzündbare feste Stoffe), 7 (radioaktive Stoffe) und 9 (verschiedene gefährliche Stoffe und Gegenstände) an. Die Klasse 4.1 beinhaltet hauptsächlich gebrauchte Katalysatoren, die Klasse 7 betrifft NORM-Schlämme / Schrott und die Klasse 9 Schlämme aus Tankreinigungen. Die unterschiedlichen Mengen pro Jahr ergeben sich aus der diskontinuierlichen Entsorgung in den verschiedenen Jahren und nicht als Funktion der Erdgasproduktion.

Tabelle — Gefährliche Abfälle / Feststoffe

Energie

Zur Deckung des Energiebedarfs für die Produktion von Erdgas wird im Wesentlichen Strom aus dem öffentlichen Versorgungsnetz (Bild 17) und Erdgas aus der Eigenproduktion eingesetzt. Diesel als Energiequelle wird nicht verwendet. Nahezu die gesamte Energie wird für den Betrieb von Erdgasverdichter-Anlagen benötigt

Tabelle — Stromverbrauch in MWh

Der Gasverbrauch ist aufgrund von Umbauarbeiten (Reihenschaltung) an den Verdichtern auf dem Betriebsplatz Söhlingen im Jahr 2014 angestiegen und nach Optimierungsmaßnahmen wieder leicht gesunken.

Tabelle — Gasverbrauch in MWh

Lärmschutz

Lärm ist der Anteil der Geräusche, der einerseits zu Belästigungen im Umfeld und andererseits zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen führen kann. 2015 wurde eine Schallpegelmessung im Umfeld des Betriebsplatzes Thönse durchgeführt

Betriebsplatz Thönse
Foto — Betriebsplatz Thönse

Die einzuhaltenden Immissionswerte im Wohngebiet: Tag: 55 dB(A), Nacht: 40 dB(A)

  • Der Messwert (1) am Zaun des Betriebsplatzes lag bei 45 dB(A)
  • Der Messwert (2) an der Wegzweigung (s. Skizze) lag bei < 40 dB(A)
  • Die Einhaltung der Immissionswerte kann damit bestätigt werden.

Leckagen

In der Vergangenheit sind Leckagen insbesondere beim Leitungstransport von Lagerstättenwasser auftreten und haben zu Bodenverunreinigungen durch Kohlenwasserstoffe und Quecksilber geführt. Nach Eingrenzung der Schadensbereiche und Dokumentation durch Boden- und Brunnenwasseranalysen wurde der betroffene Boden vor Ort gereinigt bzw. ausgetauscht. Ein Sanierungsprogramm zum Austausch alter Leitungen wurde 2015 abgeschlossen. In den letzten 3 Jahren (2013, 2014 und 2015) kam es zu keinen Leitungsleckagen und somit auch zu keinen umweltschädlichen Kontaminationen. Auf dem Betriebsplatz Söhlingen wurde 2015 eine Undichtigkeit in der Verpumpungsleitung von Lagerstättenwasser zwischen Tank 1 und 2 festgestellt. Die Austrittsmenge betrug ca. 0,1m³. Der Schaden wurde umgehend behoben.

Umweltmaßnahmen

In den letzten 3 Jahren wurden folgende Umweltmaßnahmen durchgeführt:

  • Rückbau von Sondenplätzen (Verringerung von versiegelten Flächen)
  • Von 2013 bis 2015 wurden die Station Dethlingen und die Lokation Munster Z4 inklusive der kompletten Infrastruktur rekultiviert. Dieses entspricht einer Verringerung der versiegelten Fläche von ca. 15.000m².

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