Zum Hauptinhalt springen
Suche

Erhöhte Krebsrate in Samtgemeinde Bothel und Stadt Rotenburg (Nds)

Im September 2014 wurde durch eine Auswertung des Epidemiologischen Krebsregisters Niedersachsen (EKN) festgestellt, dass in der Samtgemeinde Bothel (Landkreis Rotenburg/Niedersachsen) für zwei Krebsarten eine erhöhte Krebsrate bei Männern zwischen 60 und 74 Jahren und Kindern unter 14 Jahren zu verzeichnen ist. Es handelt sich dabei um das Multiple Myelom (MM) sowie das Non-Hodkin-Lymphom (NHL). 

Im Juni 2015 stellte sich zudem heraus, dass in Bereichen rund um die Samtgemeinde Bothel derartige Häufungen noch im Stadtgebiet Rotenburg auftreten. Auffällig sind dort die Krebsarten MM und Leukämien (AML) bei Männern zwischen 60 und 74 Jahren. Für die anderen untersuchten Gemeinden hingegen wurden keine Auffälligkeiten festgestellt.

Die EKN Berichte treffen keine Aussage zu Ursachen. Derzeit werden von den untersuchenden Behörden Fragebögen ausgewertet, um die Einzelfälle näher zu erkunden.

ExxonMobil hat die EKN Berichte und die nach deren Veröffentlichung von verschiedener Seite aufgestellte Behauptung, ein Zusammenhang zwischen der Erdgasförderung und den statistischen Auffälligkeiten sei wahrscheinlich, aufgegriffen und mit Experten unterschiedlicher Fachrichtungen und Institutionen erörtert. Dazu zählen insbesondere die Bereiche Toxikologie, Onkologie und Epidemiologie. Unter den Institutionen waren verschiedene Kliniken, das RobertKoch-Institut sowie das Frauenhofer Institut. Darüber hinaus hat das Unternehmen Kontakt mit der zuständigen Berufsgenossenschaft aufgenommen, um zu erfahren, ob in Ergänzung zu eigenen Daten dort Daten zu möglichen Krebserkrankungen der o.g. Art bei heutigen bzw. früheren Mitarbeitern vorliegen und welche Aussagen sich daraus ableiten lassen.

Erkenntnisse:

Aus den Gesprächen, Daten und Analysen lassen sich aus Sicht des Unternehmens folgende Schlüsse ziehen:

Ein Zusammenhang zwischen der Erdgasförderung und den statistischen Auffällgkeiten ist nicht erkennbar.

  1. Weder das Erdgas, noch Lagerstättenwasser oder eingesetzte Fracking-Flüssigkeiten enthalten Stoffe, die eine erhöhte Rate der o.g. Erkrankungen erklären.
    a. Insbesondere führt Benzol, unstreitig als krebserzeugend eingestuft, typischerweise zu Leukämien, aber nicht zu NHL und MM.

    b. Für die genannten Erkrankungen wird für Benzol eine Dosis-Wirkungsbeziehung nicht angenommen. Vielmehr spielen andere Risikofaktoren eine Rolle wie beispielsweise Unkrautbekämpfungsmittel, Formaldehyd, Asbest, Schwermetalle, Farben, Lacke oder Stäube. Welche dieser Risikofaktoren im Einzelfall eine Rolle spielten, können anhand statistischer Erhebungen nicht bewertet werden. Hierzu bedarf es der Analyse, wie die untersuchenden Behörden sie derzeit durchführen.

    c. Auch Quecksilber kommt als Ursache nicht in Betracht. Quecksilber ist nicht krebserzeugend.

    d. Soweit im Erdgasförderprozess natürliche Radioaktivität (NORM) anfällt, so nur in sehr geringen Dosen, die nicht geeignet sind, die Gesundheit von Anwohnern zu beeinträchtigen.
     
  2. Gegen einen Zusammenhang spricht auch, dass es Regionen gibt, die ähnliche Krebsraten aufweisen, in denen aber keinerlei Erdgasförderung stattfindet, während zugleich in Regionen mit Erdgasförderung keinerlei statistische Auffälligkeiten auszumachen sind.

  3. Historisch und aktuell sind die Mitarbeiter der Erdgasförderunternehmen den o.g. Stoffen am meisten ausgesetzt. Bei ihnen wären – wenn ein Zusammenhang zur Erdgasförderung bestünde - daher mindestens gleich hohe Krebsraten zu erwarten wie sie in den EKN Berichten für Bothel und Rotenburg festgestellt wurden. Die zuständige Berufsgenossenschaft hat jedoch bestätigt, dass es für die genannten Krebsarten keinen einzigen Fall in der gesamten Erdgasförderindustrie gibt, in dem eine entsprechende Berufskrankheit anerkannt worden wäre. Es hat in der Vergangenheit überhaupt nur einen einzigen (letztlich abgelehnten) Antrag gegeben. Auch aus eigenen Unternehmensdaten ergibt sich kein einziger Fall.

ExxonMobil ist daher überzeugt, dass ein Zusammenhang zwischen der lokalen Erdgasförderung und den Auffälligkeiten in den Gemeinden Bothel und Stadt Rotenburg ausgeschlossen ist. 

Schließen