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Mittwoch, 30. März 2016  

Stellungnahme zur Oster-Demonstration in Rotenburg

200 Demonstranten sprachen sich bei einem Ostermarsch in Rotenburg gegen die Erdgasförderung aus. Zum Rundschau-Bericht vom 30. März nimmt ExxonMobil nun Stellung.

Irritiert zeigt sich das Unternehmen über die Äußerung der Homöopathin Grit Leymann, die mit der Aussage zitiert wird, zur geplanten Reststoffbehandlungsanlage in Bellen sollen Tanklastfahrzeuge aus einem Radius von 200 Kilometern anliefern. „Wir haben schon während der Info-Veranstaltung im Januar betont, dass die Reststoffbehandlungsanlage für den Geschäftsbereich Elbe-Weser geplant wird. Ein Anlieferradius von 200 Kilometern würde bis ins Emsland und nach Kassel reichen“, erklärt dazu nochmals Jochen Kaliner, ExxonMobilBetriebsleiter in Söhlingen. Richtig sei ein Anlieferradius von lediglich 60 Kilometern. Das hatte Kaliner bereits im Anschluss an die Botheler Samtgemeinderatssitzung Mitte März klargemacht (siehe Bericht am 19. März in der Rundschau).

Auch zu Äußerungen die erhöhten Krebszahlen in Bothel und Rotenburg betreffend bezieht ExxonMobil Stellung. Kathrin Ottes Aussage, ein Zusammenhang der Krebszahlen mit VerpressArbeiten der Erdgasunternehmen sei „wahrscheinlich“, entbehre jeder Grundlage. Fakt ist vielmehr: Die bisher vorliegenden Untersuchungen des Epidemiologischen Krebsregisters (EKN) weisen für bestimmte Krebsarten eine statistische Auffälligkeit in der Samtgemeinde Bothel sowie in der Stadt Rotenburg auf – und nicht deutschlandweit, wie Volker Fritz vom Arbeitskreis Fracking im Braunschweiger Land in dem Rundschau-Beitrag behauptet. Vielmehr zeigen die EKN-Erhebungen, dass in den an die Samtgemeinde Bothel und die Stadt Rotenburg angrenzenden Regionen keine Auffälligkeiten bei Krebserkrankungen vorzufinden sind. Aussagen über die Ursachen für die Krebshäufung in Bothel und Rotenburg wurden vom EKN ausdrücklich nicht getroffen. Diese können vielfältig sein und werden derzeit im Rahmen einer umfassenden behördlichen Fragebogenaktion analysiert. Hinweise, dass die Erdgasförderung ursächlich ist, gibt es bisher nicht.

Dr. Paul-Matthias Bantz sprach während der Demonstration auch über Bohrschlammgruben. Dabei sei keineswegs unklar, wohin die Bohrschlämme gebracht werden, heißt es von ExxonMobil. Die Lagerung findet fachgerecht in dafür geeigneten und genehmigten Deponien statt. Dabei gilt, dass die Abfälle, sofern möglich, entstehungsnah entsorgt werden sollen. ExxonMobil weist außerdem den Vorwurf zurück, eine Bagatellisierung finde statt: „Ob von historischen Standorten Umweltbelastungen ausgehen können, wird im Rahmen umfangreicher behördlicher Untersuchungen festgestellt.

Dazu hatte die Erdgas- und Erdölindustrie gemeinsam mit dem Niedersächsischen Umweltministerium bereits im vergangenen Jahr eine Kooperationsvereinbarung abgeschlossen.

Sollte behördlich ein Sanierungsbedarf festgestellt werden, werden wir als Rechtsnachfolger der damals handelnden Firmen dafür aufkommen.“ Die Untersuchung der Bohrschlammgrube Kallmoor Z1 nahe Stemmen – über sie hatte das NDR-Fernsehen 2014 berichtet – hat dabei aber ergeben, dass von ihr keine Gefahr für Mensch und Umwelt ausgeht.

Ebenso sei Bantz‘ Behauptung falsch, die Energieunternehmen würden sich selbst kontrollieren. „Unsere Arbeiten unterliegen der Bergaufsicht. Auch Wasser- und Naturschutzbehörde sowie betreffende Kommunen werden involviert, wenn dies erforderlich ist“, teilt ExxonMobil mit.

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