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Mittwoch, 15. März 2017  

Neue Gesetzgebung: ExxonMobil setzt Ausstieg aus dem Kalkarenit fort

ExxonMobil plant ab spätestens 2021 die rund 5.000 Meter tiefe und dann ausgeförderte Erdgasbohrung Söhlingen Z1, Gemeinde Hemslingen/Landkreis Rotenburg, für das Wiedereinbringen von Lagerstättenwasser aus der laufenden Erdgasförderung zu nutzen. Damit werden Vorgaben der seit Kurzem in Kraft getretenen neuen Gesetzgebung umgesetzt. Ab 2021 wird das Lagerstättenwasser ausschließlich in solche tiefer liegenden geologischen Horizonte zurückgebracht, deren Druck durch die Erdgasförderung zuvor abgesenkt worden ist.

Für das Projekt Söhlingen Z1 ist ein Planfeststellungsverfahren mit Umweltverträglichkeitsprüfung und Öffentlichkeitsbeteiligung durch das Niedersächsische Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) als zuständige Behörde vorgesehen. ExxonMobil wird Interessierten bereits vor Antragseinreichung im Rahmen der frühzeitigen Öffentlichkeitsbeteiligung die Gelegenheit geben, sich zu informieren und sich aktiv in die Planung einzubringen. Zu einer Informationsveranstaltung vor Ort wird ExxonMobil voraussichtlich im Frühjahr einladen.

Über den Umgang mit dem Lagerstättenwasser, das bei der Erdgasförderung mit zutage gefördert wird, wird seit einigen Jahren lebhaft diskutiert. Mit dem Wasser, das von Natur aus Kohlenwasserstoffe, Salze, aber beispielsweise auch Quecksilber enthalten kann, muss so umgegangen werden, dass davon für Mensch und Umwelt keine Gefahr ausgeht. Dafür wurde es bisher nach einer ersten Aufbereitung in verschiedenartige Gesteinsschichten zurück in den tiefen Untergrund verbracht. Darunter sind auch solche Gesteinsschichten, die zwar geologisch gut geeignet sind, dieses Wasser sicher aufzunehmen, aus denen aber zuvor kein Erdgas gefördert wurde: der so genannte Kalkarenit.

Bereits 2015 hatte ExxonMobil von sich aus den stufenweisen Ausstieg aus dem Kalkarenit begonnen, um dem Kreislaufgedanken besser zu entsprechen und das Wasser prinzipiell dort hin zurück zubringen, wo es herkommt. Industrieweit wurden bisher bereits vier von zehn dieser Bohrungen stillgelegt. Die Bohrung Söhlingen Z1 soll ab spätestens 2021 unter anderem einen Teil der Wässer aufnehmen, die zur Zeit noch in die von ExxonMobil im Landkreis Rotenburg und Heidekreis betriebenen fünf Kalkarenit-Bohrungen eingebracht werden. Um nachzuweisen, dass das Grundwasser ungefährdet bleibt, werden sowohl die übergangsweise noch in Betrieb befindlichen Kalkarenit-Bohrungen als auch Ersatzbohrungen wie die Söhlingen Z1 mit einem Grundwassermonitoring ausgestattet. 

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