Zum Hauptinhalt springen
Suche

Richtigstellung zur Berichterstattung zu Krebsfällen in Bothel

Nachstehend finden Sie unsere Stellungnahme zu der Berichterstattung auf welt.de und anderen Medien vom 16./17. April 2016 zu den erhöhten Anzahl von Krebsfällen in Bothel. Die Artikel enthalten eine Reihe von Aussagen, die einer sachlichen Überprüfung nicht standhalten. Dies bezieht sich insbesondere auf die folgenden Punkte:

  1. „... und an 31 davon wurde gefrackt. Dabei wird Gas aus tiefen Gesteinsschichten mithilfe von Druck und Chemikalien gefördert. Mindestens ein Mal gingdabei etwas schief.“

    Der im Jahr 2007 aufgetretene Leitungsschaden in Söhlingen steht mit dem FrackingVerfahren nachweislich nicht in Zusammenhang. Es handelte sich um eine Leitung zum Transport von Lagerstättenwasser, die weder der Durchführung einer Fracking-Maßnahme diente noch durch eine solche beschädigt wurde.

    Darüber hinaus konstatieren wir bezüglich des hier hergestellten Zusammenhangs zum Fracking: Fracking findet seit 1961 in Deutschland statt, auch im Raum Rotenburg (Wümme). In keinem einzigen Fall ist es dabei jemals zu einer Umweltbeeinträchtigung gekommen. Dies bestätigte unter anderem der Präsident der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe in einer öffentlichen Anhörung im Deutschen Bundestages am 10.06.2015:

    https://www.bundestag.de/blob/377492/973fbd7b8702e8a1beea3a61a5291b24/hansjoachim-kuempel-data.pdf

    Siehe auch: http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/bundesamt-fuergeowissenschaften-angst-vor-fracking-ist-unbegruendet/10277550.html

  2. „...dass ExxonMobil einen Umweltskandal zu vertuschen versuchte.“

    Die Behauptung ist falsch. Richtig ist, dass der Leitungsschaden von ExxonMobil selbst im Rahmen einer Leitungsüberprüfung Ende 2007 entdeckt wurde. Der Betrieb der Leitung wurde unverzüglich eingestellt und die zuständige Aufsichtsbehörde sofort informiert. Die anschließende Sanierung der lokal begrenzten Verunreinigungen wurde mit allen zuständigen Stellen abgestimmt. Ein großes Bauschild wies die Bevölkerung auf die Arbeiten hin. Die Arbeiten wurden in drei Abschnitten durchgeführt und Mitte Dezember 2010 abgeschlossen.

    Auch die damalige Bürgermeisterin von Visselhövede, Franka Strehse, bestätigte gegenüber der Lokalpresse die gute Informationspolitik seitens ExxonMobil. ExxonMobil hatte Mitglieder des Stadtrates noch vor der medialen Berichterstattung im Rahmen eines Ortstermins über die Arbeiten informiert (siehe u.a. kreiszeitung.de vom 12.01.2011). Richtig ist: Der Schaden war lokal begrenzt, er stellte zu keinem Zeitpunkt eine Gefährdung für die Anwohner dar und wurde nachhaltig beseitigt.
     
  3. „Alle....wiesen erhöhte Quecksilber- und Benzolwerte im Blut auf“

    Diese Behauptung hält ebenfalls einer sachlichen Überprüfung nicht stand. Dieser Fragestellung war im Nachgang zur seinerzeitigen NDR-Berichterstattung durch zwei unabhängige Gutachter nachgegangen worden. Prof. Dr. Ulrich Ewers (Hygiene-Institut des Ruhrgebietes, Leiter der Abteilung für Umweltmedizin und Toxikologie) sowie Dr. Hermann Kruse (Institut für Toxikologie, Universität Kiel) kommen in ihrer umweltmedizinischtoxikologischen Bewertung übereinstimmend zu dem Ergebnis, dass eine gesundheitsschädliche Belastung der genannten Familie weder durch Benzol noch durch Quecksilber bestehe.

Wir bedauern, dass beim Thema Krebs Falschbehauptungen Raum greifen und damit einer Vorverurteilung Vorschub geleistet wird. Das wird der Forschung nach möglichen Ursachen nicht gerecht. Zur Klarstellung: Die bisher vorliegenden Untersuchungen des Epidemiologischen Krebsregisters (EKN) weisen für bestimmte Krebsarten eine statistische Auffälligkeit in der Samtgemeinde Bothel sowie in der Stadt Rotenburg auf. Für andere Gemeinden mit Erdgasförderung wurden solche Auffälligkeiten indes nicht festgestellt, wobei andererseits Gemeinden vergleichbare Auffälligkeiten aufweisen, in denen keine Erdgasförderung stattfindet.

Aussagen über die möglichen Ursachen wurden vom EKN ausdrücklich nicht getroffen. Sie werden derzeit im Rahmen einer umfassender behördlichen Fragebogenaktion analysiert. Belastbare Fakten, dass die Erdgasförderung ursächlich ist, gibt es bisher nicht.

ExxonMobil führt Arbeiten im Auftrag der BEB Erdgas und Erdöl GmbH & Co KG sowie Mobil Erdgas-Erdöl GmbH durch.

Schließen