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Skandalisierung im Bericht der Böhme-Zeitung: „Geradezu skurril“

Am Freitag, 30. September, berichtete die Böhme-Zeitung sowohl in ihrer Print-Ausgabe als auch via Facebook über „erhöhte Strahlenbelastung“ an der Bohrstelle Friedrichseck Z1 und über eine „unverzügliche Kontrollmessung“ durch das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG). „Bei der Berichterstattung handelt es sich um eine Skandalisierung. Wir bedauern sehr, dass die Zeitung unter der Bevölkerung Ängste schürt“, erklärt Dr. Ritva Westendorf-Lahouse, die bei ExxonMobil den Bereich Medien leitet.

„Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen: Erst schreibt die Böhme-Zeitung bei Facebook, sie habe erhöhte Gammastrahlen-Werte gemessen und fügt dann selbst als Kommentar hinzu: Wir ‚haben noch nicht einmal gesagt, dass diese Werte stimmen müssen‘“, so Westendorf-Lahouse. „Investigativer Journalismus ist ja eine prima Sache, wenn grundlegende Spielregeln eingehalten werden. Geradezu skurril ist, dass der Redakteur, der widerrechtlich unser Gelände betreten hat, dort Strahlenmessungen vornahm und dann mit einer völlig falschen Einheit – Milli- statt Mikrosievert – an uns herangetreten ist. Auf diesen Fehler haben wir, nicht der im Artikel als Experte bezeichnete Physikstudent, den Redakteur hingewiesen“, heißt es weiter. Insofern sei das LBEG auch nicht „unverzüglich“ für Kontrollmessungen zur Bohrstelle gefahren. Die Messungen fanden erst tags darauf statt, was der Redakteur auch wissen müsse, schließlich war er während der LBEG-Messungen am Freitag selbst zugegen. Auf den Platz konnte er dabei nicht gelassen werden: Er hatte sich nicht angemeldet, so dass keine Schutzkleidung zur Verfügung stand, wie dies jedoch vorgeschrieben ist.

Zur Einordnung der gemessenen Strahlenwerte teilt das Unternehmen mit, dass diese durch eigene Analysen in etwa bestätigt wurden. „Der Autor hat seine Zahlen auf das Jahr hochgerechnet und kam auf 77 Millisievert. Zum Vergleich: Täte man gleiches für einen Atlantik-Flug von Frankfurt nach New York, käme man auf über 300 Millisievert“, so Westendorf-Lahouse. Positiv erwähnt sie, dass in dem BZ-Bericht darauf hingewiesen wurde, dass die errechneten 77 Millisievert nur erreicht würden, wenn man sich ein Jahr lang permanent in direkter Nähe des entsprechenden Anlagenteils aufhalten würde. „Das tut natürlich niemand – genauso wenig, wie jemand ein Jahr lang ohne Landung von Frankfurt nach New York und wieder zurück fliegt. Und damit wären wir wieder beim Thema Skandalisierung und Panikmache.“

Wegen des widerrechtlichen Betretens ihrer Anlage hat das Unternehmen mittlerweile Strafantrag gestellt – sowohl gegen Unbekannt, als auch gegen den BZ-Redakteur.

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