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Sprachausgabe

28. Nov. 2016

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Ritva Westendorf-Lahouse

Ritva Westendorf-Lahouse Media & Communication Manager

Wie können Wind- und Sonnenstrom gespeichert werden? Diese Frage ist eine der größten technologischen und logistischen Herausforderungen der Energiewende. Studie über Studie wird hierzu erstellt, Ingenieure tüfteln. In seinem jüngsten Bericht „Szenarien zur Energieversorgung in Niedersachsen im Jahr 2050 – Gutachten“ heißt es dazu vom Niedersächsichen Umweltministerium: „Mit steigenden Anteilen von Wind- und Solarstrom werden Stromspeicher erforderlich, die in Phasen mit Stromüberschuss entsprechende Energiemengen aufnehmen können, um sie in Phasen mit niedrigem Stromangebot wieder zur Verfügung zu stellen….Zur Bereitstellung der großen dafür erforderlichen Speicherkapazitäten kommt aus heutiger Sicht in Deutschland nur die stoffliche Speicherung in Form von Gas in Frage“. Weiter heißt es, Strom müsse dazu in Wasserstoff gewandelt und dieser in unterirdische Kavernen und möglicherweise auch Porenspeicher eingespeichert werden. Auch mit den verfügbaren Kapazitäten befasst sich das Papier: Die aktuell bestehenden 72 Kavernenspeicher könnten nur 4-12 TWh einspeichern. Es müssten in Niedersachsen letztendlich aber etwa 60 TWh gespeichert werden. Kurzum: Unter ungünstigen Umständen wären sage und schreibe 1.080 Kavernenspeicher erforderlich, im Mittel immer noch 720. Selbst das sind zehn mal mehr Kavernenspeicher als heute vorhanden. Vielleicht ist das der Vorteil von „Szenarien“ – unter hypothetischen Annahmen ist alles möglich. Und gerade unsere Branche weiß Pioniergeist wahrlich zu schätzen, ohne ihn hätte es wichtige technologische Entwicklungen nicht gegeben. 720 Kavernenspeicher in Niedersachsen? Ich lege mich fest: das wird nichts. Bin ich deshalb gegen die Energiewende? Nein, aber ein Industriestandort braucht mehr als hypothetische Lösungen, mehr als Visionen. Es braucht realistische Zielsetzungen und machbare Schritte. Weitermachen.

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