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Sprachausgabe

27. Mai 2015

Flagge zeigen.

Ritva Westendorf-Lahouse

Ritva Westendorf-Lahouse Media & Communication Manager

Oft sind es die kleinen Ideen, aus denen unerwartet was richtig Schönes wird: Die Postkartenaktion „Unser Heimvorteil“ des Wirtschaftsverbands Erdöl- und Erdgasgewinnung bewegt die Gemüter – die von Befürwortern wie Kritikern gleichermaßen. Jede Woche erhalten die Abgeordneten des Bundestages und viele weitere Adressaten Postkarten, die zum Nachdenken anregen sollen. Und offenbar passiert genau das. Gut so. Warum das so ist? Weil irgendeine Lobby-Agentur eine ausgefeilte Serie von Postkartenmotiven entworfen hat, als Teil einer mindestens ebenso ausgefeilten PR-Strategie? Sorry, nein. Einziger Antrieb für die Idee zu der Aktion, für die einzelnen Motive und für stundenlanges Unterschreiben und Kartensortieren ist einzig und allein: Herzblut. Die Kollegen sind es leid, ständig als Teil eines anonymen Großkonzerns gesehen zu werden, auf dem es so leicht ist herumzutrampeln. Sie sind es leid, Synonym des Bösen zu sein und in Schubladen gestopft zu werden. Sie sind es leid, im Sportverein, beim Bäcker oder beim Elternabend angegangen zu werden. Sie wollen zeigen, wofür sie stehen und warum sie davon überzeugt sind, etwas Richtiges zu tun. Sie wollen Flagge zeigen und helfen zu einer Versachlichung einer Diskussion beizutragen, die mitunter jedes Maß des Erträglichen verlassen hat. Wir alle sind weder Umweltverschmutzer noch gewissenlose Ewig-Gestrige, sondern Menschen, die mit ihrem Namen für ihre Überzeugung stehen. Menschen, die nicht besser oder schlechter sind als andere. Die Diskussion um die heimische Rohstoffförderung geht alle an. Uns auch.

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