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Sprachausgabe

27. April 2016

Mutter Erde

Lena Mohrlüder

Lena Mohrlüder Media Analyst

Falls Sie es noch nicht wussten (und für den unwahrscheinlichen Fall, dass es Sie interessiert): Ich bin eine derjenigen Kolleginnen, die unseren Twitter-Account @exxonmobil_ger betreut. Und so verfolge ich berufsbedingt sehr aufmerksam, was man uns dort so schreibt. Manches davon ist, nun ja, grenzwertig, aber auch da versuchen wir, noch ansatzweise Argumente dahinter zu finden. In – zugegebenermaßen sehr – freier Übersetzung schrieb neulich wieder jemand (unter Verweis auf ein Lied einer in meiner Generation eher weniger bekannten Person des öffentlichen Lebens), wer für Fracking sei, sei verantwortungslos, denn „Wir haben nur eine Mutter Erde“. So weit, so gut. Natürlich, wir haben nur eine Mutter Erde, deren Schutz nicht nur unseren Kritiker, sondern – offenbar ist das eine Überraschung – auch uns am Herzen liegt. Und daher machen wir uns die Dinge eben gerade nicht so einfach, verweisen mit einer Spur Pathos auf „Mutter Erde“ und Ende der Diskussion. Schauen wir genauer hin: Der weltweite Energiebedarf wird bis 2040 um 25 Prozent steigen. Auch Sie und auch wir tragen mit unserem Lebensstil dazu bei. Und Erdgas? Das spielt eine zentrale Rolle, wenn es darum geht, genau diesen Bedarf zu decken. Auch in Deutschland. Hier deckt Erdgas 21 Prozent des Primärenergiebedarfs und ist zudem der sauberste aller fossilen Energieträger. Das finden die meisten gut. Ist es dann verantwortungslos, sich darum zu kümmern, dass dieses Erdgas produziert wird? Im Gegenteil. Und das böse „F-Wort“ – Fracking – gehört nun einmal dazu. Es ist ein bewährtes Standardverfahren, so wie viele andere technische Verfahren auch. Seit über 50 Jahren nutzen wir alle Erdgas, das durch Fracking in Deutschland gefördert wurde. Ohne das Trinkwasser zu verunreinigen und ohne sonstige Umweltschäden. Und dennoch ist sie da. Die Angst, dass die großen Konzerne aus ihrer grenzenlosen Profitgier Mutter-Erde böswillig zerstören wollen…

Wir haben nur eine Mutter Erde. Und wir wollen genauso verantwortlich damit umgehen wie alle anderen auch.

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