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Sprachausgabe

27. Jan. 2014

Zahlen, bitte!

Ritva Westendorf-Lahouse

Ritva Westendorf-Lahouse Media & Communication Manager

Zugegeben, so schrecklich neu ist es ja nicht, dass fossile Energieträger mit fast 80 Prozent noch immer den Löwenanteil des deutschen Energiemix ausmachen und Erdgas dabei eine gewichtige Rolle einnimmt. Und so überraschen auch die aktuellen Zahlen der AG Energiebilanzen zum Energieverbrauch 2013 auf den ersten Blick nicht so sehr.

Aber das „Kleingedruckte“ hält dann doch einige Überraschungen bereit. Und ja, wir haben mehrfach hinschauen und nachrechnen müssen, weil wir es zuerst nicht recht glauben konnten:
Erdgas lag im vergangenen Jahr bei 22,5 Prozent. Gegenüber dem Vorjahr ist das ein Anstieg von fast 7 Prozent oder 199 Petajoule (PJ). Die Windenergie blieb bei etwa 1,3 Prozent oder gut 179 PJ. Das heißt also, dass allein der Anstieg des Anteils von Erdgas im Vergleich zum Vorjahr größer ist als der Gesamtbeitrag von Windkraft im Jahr 2013? Alle Achtung!

Und wie sieht es mit dem Beitrag der heimischen Erdgasförderung aus? Der lag im vergangenen Jahr bei 12 Prozent des hierzulande verbrauchten Erdgas, also bei etwa 378 PJ. Das ist mehr als doppelt so viel wie der Anteil der Windkraft und dreimal so viel wie Sonnenenergie, die es auf einen Anteil von 0,9 Prozent brachte. Oder anders: Erdgas aus deutschen Quellen hat mehr zum Primärenergieverbrauch beigetragen als Wind- und Sonnenenergie zusammen!

Ach ja, und Fracking? 1/3 der in Deutschland geförderten Erdgasmengen geht auf Fracking zurück. Heißt umgerechnet: Fracking hatte 2013 genau so einen großen Anteil am Energiemix wie Sonnenenergie! (Ja, ich hatte kurz erwogen zu schreiben: Fracking ist so gut wie Sonnenenergie…!) Wie kann das sein, wenn doch seit 2011 in Deutschland nicht mehr gefrackt wurde? Ich kenne da eine gute Informationsquelle mit vielen Hintergründen zur Technik u.v.m.: www.erdgas-aus-deutschland.de.

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