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Sprachausgabe

26. Aug. 2015

„Fracking ist ja langweilig“

Ritva Westendorf-Lahouse

Ritva Westendorf-Lahouse Media & Communication Manager

Bilder zu Fracking hat wohl jeder im Kopf: Der brennende Wasserhahn oder verspargelte Wüstenlandschaften. Solche Bilder – wen wundert’s – entfalten Wirkung. Sie hinterlassen ein eher mulmiges Gefühl: „Naja, also wenn das so aussieht, dann will ich das lieber nicht.“ Eigentlich verständlich und nachvollziehbar, blöd nur, dass die Bilder mit Fracking in Deutschland aber auch gar nichts zu tun haben. Eigentlich ja auch merkwürdig: Die Industrie frackt seit mehr als 50 Jahren munter vor sich her, aber kaum einer wusste bisher davon. Wie kann das denn sein, wenn das Verfahren doch so flächenraubend, lärmend und geradezu zerstörerisch sein soll? Ein geradezu enttäuschter Journalist brachte es neulich bei einer Rundfahrt durch niedersächsische Erdgasfördergebiete auf den Punkt: „Fracking ist ja langweilig.“ Eben. Man sieht einer Bohrung nicht an, ob sie gefrackt wurde. Fracking ist kein Dauerzustand, sondern dauert wenige Stunden, danach wird über Jahre und Jahrzehnte Erdgas gefördert. Da lärmt nichts und man sieht dank des geringen Flächenverbrauchs kaum etwas. Langweilig eben.

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