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Sprachausgabe

24. Mai 2016

UK goes shale

Ritva Westendorf-Lahouse

Ritva Westendorf-Lahouse Media & Communication Manager

Europa zeigt sich in vielen politischen Fragen von seiner bunten Seite. Dieses heterogene Bild macht auch vor Energiefragen nicht Halt. Allein ein Blick auf die verschiedenen Positionen zum heimischen Schiefergas zeigt: Das Spektrum der Meinungen ist groß. Während Frankreich an einem Moratorium festhält, Deutschland seit Jahren studiert und diskutiert, ohne sich so recht entscheiden zu können, zeigen die Briten, wie es gehen kann. Noch vor fünf Jahren galt Großbritannien den Kritikern des Fracking als Vorbild: Wegen möglicher Risiken wurde kurzerhand ein Moratorium verhängt. Bemerkenswert für ein Land, das eine lange Öl- und Gastradition hat. „Na, wenn die das Fracking schon verbieten, dann wir doch wohl erst recht?“ Anders als andernorts, wo Moratorien sich bis in die Unendlichkeit zu verlängern scheinen, war dies der Politik in Großbritannien aber zugleich Verpflichtung: Man verband damit einen klaren Auftrag an die Wissenschaft, mögliche Risiken zu beurteilen und leitete aus diesen Erkenntnissen die erforderlichen Anpassungen des Rechtsrahmens ab. Klares Ziel: Chancen nutzen, nicht verhindern. Mehr noch: Die Politik sieht sich selbst in der Verantwortung Aufklärung zu leisten und Mythen auszuräumen. Gestern nun folgte der nächste Schritt: Das North Yorkshire Council genehmigte der Firma Third Energy Fracs im Nordosten Englands. UK goes shale. Ein gutes Signal für die Industrie. Für Politik. Für verlässliche Energieversorgung.

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