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Sprachausgabe

22. Okt. 2015

„ExxonMobil war nicht zu einer Stellungnahme bereit“

Ritva Westendorf-Lahouse

Ritva Westendorf-Lahouse Media & Communication Manager

Jahrelang galt uns dieser Satz als mediales No-Go. Wir waren gewillt, auch die hanebüchensten Fragen von Journalisten zu beantworten, selbst dann, wenn völlig klar war, dass es für uns keinen Blumentopf zu gewinnen gab. Aber warum eigentlich? Warum sollen wir jede noch so unsachliche und faktenfremde Berichterstattung quasi legitimieren, indem wir Fragen beantworten, die einzig und allein dem Zweck dienen, irgendeinen Halbsatz zu finden, der in (un-)passendem Kontext gut zu der längst feststehenden Story passt? „Sonst wirft man uns aber doch vor, wir hätten was gegen kritischen Journalismus…“ Ja? Wir haben nichts gegen kritischen (gerne aber auch mal selbstkritischen) Journalismus, den halten wir schon aus – und er gehört aus guten Gründen und selbstverständlich zur Demokratie. Aber müssen wir bis zur Selbstverachtung jeden Beitrag mittragen und noch mithelfen uns vorführen zu lassen? Nein. Wir sind immer gerne bereit, das was wir tun kritisch hinterfragen zu lassen und helfen gerne bei Aufklärung mit. Aber wenn journalistische Sorgfalt ganz offensichtlich verletzt wird, werden wir uns künftig genauer überlegen, ob wir das auch noch unterstützen. Dann lieber: „ExxonMobil war nicht zu einer Stellungnahme bereit“.

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