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Sprachausgabe

22. Aug. 2013

„Ach, Ihr Gas-Fracking….“

Ritva Westendorf-Lahouse

Ritva Westendorf-Lahouse Media & Communication Manager

Nicht nur im Bistro trifft man interessante Gesprächspartner, auch per email entspinnen sich gelegentlich richtig spannende Diskussionen. Vor einigen Tagen bekamen wir eine Nachricht von einem pensionierten Geologen aus dem Großraum Hannover. Er sprach sich für mehr Innovationsfreude im Land aus, beklagte (etwas übertrieben für meinen Geschmack) die „schreckliche Technologiefeindlichkeit hier in Deutschland“ und tat seine Meinung zur Rolle von Politik und Medien kund. Er beendete seine email mit guten Wünschen, doch dann: „.. ach, auch wenn Ihr Gas-Fracking am Ende wohl nur wenig beitragen kann im Vergleich zu Solar und Wind.“ Schade auch, dachte ich, bemühte den Taschenrechner und warf einen Blick auf die Zahlen des Bundeswirtschaftsministeriums zum Primärenergieverbrauch in Deutschland:

Erdgas: 21,6 Prozent, Erneuerbare 11,6 Prozent (Stand 2012). Klar, die Erneuerbaren kommen von hier, beim Erdgas sind es per heute 12 Prozent. Und davon stammt 1/3 aus Fracking. D.h. 12 Prozent von 21,6 Prozent und davon ein Drittel, also rund 0,9 Prozent ist der Beitrag von mit Fracking gewonnenem heimischen Erdgas am gesamten deutschen Energieverbrauch. Klingt auf den ersten Blick nicht so beeindruckend. Doch schaut man genauer hin, dann gibt sich bereits heute ein durchaus interessantes Bild: Wenn man nämlich einen Blick auf die Anteile der Erneuerbaren wirft, so erkennt man, dass Windenergie im Jahr 2012 mit 1,2 Prozent zur Deckung des Primärenergiebedarfs beigetragen hat. Fotovoltaik und Solarthermie zusammen kommen auf 0,86 Prozent. Sonnenenergie und Fracking liegen also etwa gleichauf.

Ich warte noch auf eine Rückmeldung, vielleicht gehts dann ja um die Frage, welcher Energieträger in Deutschland ohne Subventionen auskommt und stattdessen noch Förderabgaben in die Länderkassen spült…

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