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Sprachausgabe

20. Sept. 2016

An die eigene Nase gefasst

Ritva Westendorf-Lahouse

Ritva Westendorf-Lahouse Media & Communication Manager

Warum nur sorgen unsere Projekte so oft für Skepsis und Kritik, noch bevor wir überhaupt Anträge dafür eingereicht haben? Warum wird Neues, das wir tun von einigen als etwas Bedrohliches, statt als Ausdruck von etwas Modernem gesehen? Selbst Projekte, die eigens dazu dienen, auf dem neuesten Stand der Technik Auswirkungen zu minimieren werden kritisch beäugt und man wittert nichts Gutes. Es fällt schwer das noch nachzuvollziehen. Warum nur diese Skepsis vor Neuem, dieses teilweise schon (darf man das sagen?) sture Festhalten am Vertrauten? Bloß keine Veränderungen. Es ist einfach nicht zu verstehen. Sind wir selbst da nicht ganz anders? Nun ja. In den nächsten Tagen werden bei uns die Telefone in den Büros abgeschafft. Künftig telefonieren wir mit Headset über den Computer. So intensiv wie Projekte bei uns vorbereitet werden, können wir sicher sein, dass das Equipment unter gesundheitlichen Aspekten ausgesucht und die Technik erprobt wurde. Trotzdem. Begeisterung und Vorfreude? Bei den Jüngeren absolut. Aber bei uns, die schon ein paar Jahre älter sind? Ach, so ein Telefon, da weiß man was man hat. Muss das denn jetzt sein? Das ist doch alles bestimmt ganz schrecklich umständlich. Eine nicht-repräsentative Umfrage im Kollegenkreis ergab ein breit gefächertes Bild: von echter Besorgnis bis hin zu gespannter Vorfreude. Na gut, so ganz 1:1 lässt sich das auf unsere technischen Projekte ganz gewiss nicht übertragen. Aber wenn uns das schon mit Telefonen so geht, dann kann das bei einer komplexen technologischen Anlage wohl kaum anders sein. Manchmal nicht so schlecht, sich an die eigene Nase zu fassen. Was hilft? Mit puren theoretischen Analysen ist es sicher nicht getan, verbale Überzeugungsarbeit richtet nur bedingt etwas aus. Es braucht den Realitätscheck. Anschauen, anfassen und ausprobieren. Dann kommt am Ende womöglich doch noch eine richtig gute Verbindung dabei raus.

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