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Sprachausgabe

20. Aug. 2014

Gutes Fracking, schlechtes Fracking?

Ritva Westendorf-Lahouse

Ritva Westendorf-Lahouse Media & Communication Manager

Geht es Ihnen auch manchmal so? Dass Sie in Schubladen denken? Ich selbst ertappe mich manchmal dabei und oft erscheint es recht bequem: Nicht lange nachdenken, die Dinge einfach halten, schnell ordnen und aus dem Sinn. Ob das immer richtig und sinnvoll ist? Kommt darauf an.

Wenn es um Versorgungssicherheit geht, eher nicht.

Und trotzdem begegnet uns diese Kategorisierung im Moment auch beim Thema Erdgas und Fracking: Da gibt es Fracking in konventionellen Sandsteinen. Deutschland hat damit viel Erfahrung, es gab keinen einzigen Umweltschaden. Das ist das „gute“ – oder für die Kritischeren unter Ihnen: weniger schlechte – Fracking. Dann aber ist da dieses Fracking im Schiefergestein. Das ist neu, damit kennen wir uns nicht aus, also ist es schlecht, respektive schlechter. Aber stimmt das so?

Richtig, die Erfahrung haben wir hierzulande in den tiefen Sandsteinlagerstätten. Schiefergestein liegt tendenziell (wenn auch nicht immer) flacher und damit dichter an den trinkwasserführenden Schichten. Und für die Förderung braucht man mehr Bohrungen als im Sandstein. Aber das ist nur die eine Seite.

Denn die Förderung von Schiefergas hat auch entscheidende Vorteile: Der Flächenbedarf ist dank Clusterplätzen nicht größer als bei der herkömmlichen Förderung. Vor allem aber: Der Anteil von chemischen Zusätzen (in Summe: 2, beide ungiftig und nicht umweltgefährlich) in der Fracking-Flüssigkeit ist nicht etwa höher, sondern deutlich geringer. Und: Es fällt kein Lagerstättenwasser an. Beim Schiefergas spielt die Frage von Versenkbohrungen also keine Rolle.

Das sind klare Pluspunkte. Fast hätte ich gesagt: „Schiefergas ist das bessere Erdgas“. Tue ich natürlich nicht.

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