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Sprachausgabe

19. Nov. 2014

Mal ehrlich

Ritva Westendorf-Lahouse

Ritva Westendorf-Lahouse Media & Communication Manager

Wer „Fracking“ googelt, staunt mitunter nicht schlecht. Ganz unabhängig davon, dass auch nach mehr als 50 Jahren Fracking in Deutschland noch immer viele meinen, es gäbe hierzulande ein Fracking-Verbot und die Debatte ranke sich darum, diese Technologie möglicherweise doch zu erlauben, gibt es eine Reihe von weiteren Bildern und Formulierungen, die sich seit Jahren in allerlei Berichten wiederfinden, unreflektiert rezitiert, seien sie auch noch so falsch. Der „brennende Wasserhahn“ macht bis heute einen hervorragenden Job beim Angstschüren. Aber es geht auch ganz simpel: „Fracking ist die Förderung von Erdgas aus tiefen Gesteinsschichten“. Wie bitte? Erdgas befindet sich immer in Gesteinsschichten. Das hat mit Fracking nichts zu tun. Und die Tiefe spielt auch keine Rolle. Beliebt ist auch die Formulierung, bei Fracking werde das „Erdgas mit Chemie aus dem Gestein gelöst“. Auch das ist – Entschuldigung – Humbug. Es gibt zahlreiche solcher Sätze, die jeden, der sich mit der Materie auskennt, die Haare raufen lässt. Warum ist das so? Mal ehrlich: Es gibt eine Reihe von Themen, von denen ich nicht einen Funken Ahnung habe. Wie funktioniert das deutsche Rentensystem? Wie entschlüsselt man eine DNA? Aber zumindest schreibe ich keine Artikel darüber – und wenn doch, würde ich mich vorher eingehend informieren. Und Sie so?

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