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Sprachausgabe

19. Okt. 2016

Wunsch und Wirklichkeit

Thorsten Hinz

Thorsten Hinz Upstream Public & Government Affairs Manager

Wer jedes Jahr zig oder hunderte Millionen Euro investieren will, sollte nicht nur wissen, wie die Nachfrage für seine Produkte heute und morgen aussieht. Er sollte auch eine möglichst genaue Ahnung davon haben, wie sich der Markt über die nächsten Jahre oder gar Jahrzehnte entwickelt. Insbesondere dann, wenn die Investitionen über entsprechende Zeiträume angelegt sind. Und so erstellt ExxonMobil sowohl global, aber auch spezifisch für Deutschland, Jahr für Jahr eine detaillierte Prognose zur Entwicklung des Energiemarktes: Welche Energieträger werden in welcher Menge von wem wie lange benötigt? Die dafür relevanten Faktoren sind vielseitig. Gesetzgeberische Vorgaben, Bevölkerungsentwicklung, Wohnfläche, Bruttoinlandsprodukt – um nur einige zu nennen. Das Ergebnis zeichnet ein Bild, das aus unserer Sicht der Realität am nächsten kommt, auch wenn es gar nicht einmal nur Ergebnisse sind, die einem Öl- und Gasunternehmen gefallen. So sinkt beispielsweise der Bedarf an Mineralöl im Prognosezeitraum um ein gutes Drittel. Dabei gehen wir nicht etwa davon aus, dass es in naher Zukunft keine Verbrennungsmotoren mehr geben wird, im Gegenteil: Noch im Jahr 2040 werden zwei Drittel aller PkW von Verbrennungsmotoren angetrieben werden. Aber der spezifische Verbrauch sowie die Anzahl der PkW überhaupt sinken bis dahin nennenswert, gleiches gilt für den Heizölverbrauch. Einen völlig anderen Trend sehen wir beim Erdgas: Ab 2030 wird Erdgas dem Mineralöl die Stellung als Klassenprimus streitig machen. Wie auch die Erneuerbaren wird Erdgas im Jahr 2040 mit 40 Prozent zur Stromerzeugung beitragen. Stromerzeugung wird damit der Sektor sein, in dem Erdgas die bedeutendste Rolle spielt, dicht gefolgt von der Industrie. Mit Öl und Gas setzen wir also auch in Zukunft auf die wichtigsten Energieträger im Energiemix: Ihr Anteil wird auch im Jahr 2040 noch über 60 Prozent ausmachen.

Entspricht das jetzt den (Wunsch-)Vorstellungen der Akteure im Umfeld der Diskussionen zur Energiewende bzw. Dekarbonisierung – vielleicht nicht. Was anderen Wirklichkeit ist, erscheint uns vielleicht nach Wunschdenken – und anders herum. Lassen Sie uns dazu im Dialog bleiben.

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