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Sprachausgabe

17. Juli 2015

„Ich fahre mit Fracking“

Ritva Westendorf-Lahouse

Ritva Westendorf-Lahouse Media & Communication Manager

Es ist einfach ein gutes Gefühl, Umweltschützer zu sein. Viel besser als Umweltsünder. Das ist menschlich, denke ich, und so trage ich mich mit dem Gedanken, mir ein Erdgas-Auto zuzulegen. Das wird mir im Bekanntenkreis sicher eine ganze Menge Anerkennung bescheren, denn so ein Erdgas-Antrieb gilt als modern, umweltschonend und zukunftsweisend. Und deshalb klebt sich ja auch fast jeder, der sich ein Erdgas-betriebenes Fahrzeug zulegt, einen „Ich fahre mit Erdgas“ oder „Mein Beitrag für die Umwelt – Erdgas“-Aufkleber auf sein Fahrzeug. Als Statement. Als Ausdruck einer Haltung und auch als Appell an andere: Wenn Du Gutes tun willst, fahre mit Erdgas. Ich will auch einen Aufkleber, auch ein Statement, aber eines, das ein wenig technischer ist. Erdgas muss ja schließlich produziert werden und das geschieht nicht selten mit Fracking. Genau genommen ist in jedem Kubikmeter Erdgas den wir verbrauchen immer auch „Fracking-Gas“ enthalten. Allein in Deutschland kommt jeder dritte Kubikmeter Erdgas aus „gefrackten“ Bohrungen. Also: „Ich fahre mit Fracking“. Ich freue mich schon auf die vielen anerkennenden Kommentare von denen, die meinen Beitrag für den Umweltschutz zu schätzen wissen und mich dafür loben werden.

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