Zum Hauptinhalt springen
Suche

Sprachausgabe

15. Mai 2013

Die Gretchenfrage

Ritva Westendorf-Lahouse

Ritva Westendorf-Lahouse Media & Communication Manager

Nicht überraschend: Ich führe viele Gespräche rund um die Frage, wie die Energiewende in Deutschland gelingen kann, welcher Energieträger welche Vor- und Nachteile hat, was getan werden muss, damit Energie bezahlbar bleibt und vieles mehr. Schnell wird in diesen Gesprächen klar: Hauptargumente für die Energiewende sind Umwelt- und Klimaschutz. Dafür – so ein breiter Konsens – ist man bereit, auch den einen oder anderen Euro mehr für Energie zu zahlen, solange es sich im Rahmen hält. Soweit, so gut!

Schnell führen die Gespräche dann aber zu der Gretchenfrage, welche Energieträger denn den restlichen Energiebedarf decken sollen, den Wind und Sonne nicht bereitstellen können. Kernenergie? Nein, aus der steigt Deutschland aus. Bleiben vor allem Kohle- und Gaskraftwerke. Wie steht es da um die Argumente Umwelt- und Klimaschutz? Aus Klimaschutzgründen spricht vieles für Erdgas, denn Erdgas emittiert bis zu 60 Prozent weniger CO2 als Kohle. Hat das dazu geführt, dass Deutschland Kohle- durch Gaskraftwerke ersetzt? Nein, im Gegenteil: Deutschland importierte zuletzt mehr Kohle mit entsprechendem Anstieg der CO2 Emissionen. Und wenn schon Erdgas, dann heimisches oder lieber alles importieren? Passen hier Anspruch und Wirklichkeit zusammen? Für Importgas gelten weder die hohen Umwelt- und Sicherheitsstandards, die wir in Deutschland haben, noch haben wir Kontrolle darüber, wie andernorts produziert wird. Heimische Förderung weist (auch wenn es sich um Schiefergas handelt) zudem eine bessere Treibhausbilanz auf als nicht-europäisches Erdgas aus herkömmlicher Förderung. Ich bin überzeugt: Wenn wir die Zielsetzungen der Energiewende ernst meinen, dann spricht sehr viel für heimisches Erdgas!

Schließen