Zum Hauptinhalt springen
Suche

Sprachausgabe

15. April 2015

„Was heißt schon unkonventionell…?"

Klaus Torp

Klaus Torp Pressesprecher Hannover

Die führenden Schätzer von Erdgasreserven in den USA, das Potential Gas Committee, ordnen Schiefergaslagerstätten als konventionelle Reserven ein. Ein klares Indiz dafür, dass die Förderung von Erdgas in Nordamerika aus diesen Horizonten inzwischen etabliert ist und auf einem umfangreichen Erfahrungsschatz beruht. Die große Bedeutung von Schiefergas für die dortige Energieversorgung als auch der bald erwartete Wandel zum Gasexporteur sprechen für sich, lesen Sie dazu folgenden Artikel.

Bis Schiefergas auch in Deutschland zu den konventionellen Vorkommen zählt, wird es sicher noch ein wenig dauern, denn anders als in den USA stehen wir hierzulande noch am Beginn der Erkundung. Trotzdem gibt es auch hier Erdgaslagerstätten für die das Gleiche gilt: Schon seit Anfang der 1980er Jahre fördern wir erfolgreich heimisches Erdgas aus besonders dichtem Sandstein. Tight Gas, das wie Schiefergas nur dank der Fracking-Technologie gefördert werden kann, galt lange Zeit als „unkonventionell“, ist jetzt aber fast ein alter Hut.

Heißt auch: Nur weil Fracking zum Einsatz kommt, ist ein Verfahren noch lange nicht unkonventionell. Ja, Frac-Maßnahmen variieren je nach Gestein, Tiefe, Temperatur etc. Das technische Verfahren ist aber grundsätzlich dasselbe. Schon heute gehen rund ein Drittel der heimischen Förderung auf Fracking zurück. In Deutschland geht es jetzt darum die Erdgasförderung aus dichten Sandsteinlagerstätten fortzuführen. Außerdem setzen wir uns aufbauend auf den guten Erfahrungen im Sandstein dafür ein, die enormen Schiefergaspotentiale zunächst wissenschaftlich begleitet zu erkunden. Im Erfolgsfall werden dann auch deutsche Reservenschätzer verkünden: Heimisches Schiefergas ist wie Erdgas aus Sandstein-Lagerstätten konventionelles Gas.“

Schließen