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Sprachausgabe

12. Aug. 2013

Alltag ohne Erdöl und Erdgas?

Ritva Westendorf-Lahouse

Ritva Westendorf-Lahouse Media & Communication Manager

Neulich war ich mit einer Kollegin mittags im Bistro essen, als unser Tischnachbar bemerkte, dass wir uns über die aktuelle Medienberichterstattung zur Erdgasförderung unterhielten. Schnell kamen wir mit ihm ins Gespräch: Es gibt Erdgas in Deutschland? Seit wann wird denn hier gefördert? Machen Sie auch dieses Fracking? Ist das nicht gefährlich? Und was ist mit Trinkwasserschutz? Und gibt es auch Erdöl? Wir gaben uns redlich Mühe, alle Fragen zu beantworten. Irgendwann widmeten sich alle Beteiligten ihrem Essen.

Als unser Tischnachbar bezahlt hatte und im Begriff war zu gehen, dann seine Schlussbemerkung: „Aber eines will ich Ihnen mal sagen: Ich brauche kein Erdöl und auch kein Erdgas!“

Da wir leider keine Gelegenheit mehr hatten, persönlich zu antworten: Sehr geehrter Herr Tischnachbar, wir würden dazu gerne noch etwas sagen: Es mag sein, dass Sie keine Fahrzeuge nutzen, die mit Benzin, Diesel oder Erdgas angetrieben werden, dass Sie keine asphaltierten Wege befahren, keine Öl- oder Gasheizung haben und auch nicht mit Gas kochen. Aber wir würden ziemlich viel darauf wetten, dass Sie gleichwohl fast täglich Produkte nutzen, die aus Erdöl oder Erdgas hergestellt sind. Sie finden sich in Haushaltsreinigern, in Düngemitteln, in Medikamenten, in Kleidungsstücken, in Möbeln, in Verpackungen, in Farben und vielen Produkten mehr. Schmierstoffe – auch solche für Windkraftanlagen – basieren vielfach auf den fossilen Energieträgern.

Ein Alltag ohne Erdöl und Erdgas? Wohl eher nicht.

Ach ja, die Speisekarte im Bistro und der Stuhl auf dem Sie saßen – die dürften ebenfalls mit Erdöl hergestellt worden sein. Vielleicht treffen wir uns ja demnächst mal wieder, dann freuen wir uns auf eine Fortsetzung unseres Gesprächs.

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