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Sprachausgabe

11. Sept. 2014

Fracking nicht wirtschaftlich?

Olaf Martins

Olaf Martins

Nachdem mehrere Studien gezeigt haben, dass Hydraulic Fracturing sicher beherrschbar zur Erdgasförderung eingesetzt werden kann und diese Erkenntnis sich auch zunehmend in Medienberichten niederschlägt, melden sich vereinzelnd Stimmen, Fracking sei nicht wirtschaftlich. Das stimmt so nicht. Auch wenn vielleicht nicht jeder Frac wirtschaftlich erfolgreich war – insgesamt ist die Bilanz in Deutschland beeindruckend. Hierzulande wird bereits seit 1961 gefrackt. EIN DRITTEL der deutschen Förderung basiert auf der Methode, die die deutsche Industrie sicherlich nicht eingesetzt hätte, wenn sie unwirtschaftlich wäre.

Erdgasförderung in Deutschland ist für Unternehmen interessant, weil die Förderung mitten im Absatzgebiet erfolgt. Kostspielige Transporte über Pipelines oder gar LNG Terminals sind nicht nötig, wenn man seine Kunden im Umkreis von wenigen Kilometern versorgen kann. Letztendlich ist es aber eine Entscheidung der Unternehmen, in die Erdgasförderung zu investieren. Sie tragen das wirtschaftliche Risiko der Erdgasförderung in Deutschland bereits seit Jahrzehnten – mit allen Vor- und Nachteilen.

Und: Sie wollen weiter investieren – das sollte man ernst nehmen!

Gelegentlich wird auch gefordert, man solle das Erdgas doch im Boden lassen und erst später fördern, wenn es vielleicht wertvoller sei. Dieses Argument wird interessanterweise oft ausgerechnet von Leuten gebracht, die schon in ein paar Jahrzehnten ein postfossiles Zeitalter erwarten, in dem dann für Erdgas kein Platz mehr wäre. Auch dieser Argumentation kann ich nicht folgen.

Es hat fast 50 Jahre gedauert, in Deutschland die bestehende Erdgasinfrastruktur mit Förderbetrieben, Pipelineanbindungen und viel Ingenieurs Know How aufzubauen. Rund 20.000 Menschen arbeiten in der Industrie. Da kann man nicht einfach mal stoppen, ein Päuschen einlegen und dann auf Knopfdruck wieder hochfahren. Dafür sind die Investitionszeiträume in unserer Industrie zu lang und zu viele Experten würden sich anders orientieren. Es würde eine Lücke entstehen, die kaum mehr zu schließen wäre.

Ein Schelm der Böses dabei denkt….

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