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Sprachausgabe

11. Juni 2013

“Die wilde 13”

Ritva Westendorf-Lahouse

Ritva Westendorf-Lahouse Media & Communication Manager

Die Relevanz von Schiefergas ist in aller Munde. Während die einen in Europa und auch in Deutschland ein enormes Erdgaspotenzial im Schiefergestein sehen, sprechen andere davon, die Vorkommen seien nicht relevant. Grund genug, das Ganze einmal zu sortieren:

Deutschland braucht im Jahr etwa 90-100 Mrd. Kubikmeter Erdgas, Tendenz steigend. Die Schiefergaspotenziale werden von der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe unter konservativen Annahmen zur technischen Förderbarkeit auf bis zu 2,3 Billionen Kubikmeter geschätzt (mit einem Mittelwert von 1,3 Billionen Kubikmetern). Also teilen wir doch einfach das Potenzial durch den jährlichen Erdgasbedarf? Gehen wir dann nicht von der oberen Abschätzung, sondern dem Medianwert aus, ergibt das 13 Jahre. Klingt nicht viel, oder?

Aber: Niemand redet davon, dass Deutschland sich plötzlich vollständig mit eigenen Vorkommen versorgt. Das wäre realitätsfremd. Es geht darum, den Anteil der heimischen Förderung zu halten oder wieder auf ein Niveau zu führen, wie wir es vor einigen Jahren noch hatten. Dass Deutschland weiterhin auf Importe angewiesen sein wird, steht außer Frage. Aber wir haben die Chance, in den kommenden Jahren und Jahrzehnten der Energiewende einen signifikanten Anteil an heimischer Förderung beizutragen.

Immerhin: Das Potenzial, das Deutschland allein im Schiefergestein hat, ist mindestens doppelt so groß wie die seit den 1960er Jahren hierzulande insgesamt geförderte Erdgasmenge. Deutschland wird nicht umhin kommen, sich damit zu befassen, wie man mit diesem riesigen Potenzial umgeht – es als irrelevant abzutun, ist zu einfach und geht an der Realität vorbei!

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