Zum Hauptinhalt springen
Suche

Sprachausgabe

10. Sept. 2015

Alternativlos?

Ritva Westendorf-Lahouse

Ritva Westendorf-Lahouse Media & Communication Manager

Arme Tina. Da haben wir uns so eine Mühe gegeben, der Protagonistin eines unserer Videos zu Fracking einen schönen Namen zu geben. Und dann spricht mich auf einer Vortragsveranstaltung ein älterer Herr an und sagt: „Warum haben Sie das denn gemacht?“ Ratlosigkeit. „Tina…“ murmelt er beschwörend. Fragezeichen in meinem Gesicht. „TINA…“, wiederholt er. „There Is No Alternative. Wollen Sie suggerieren, dass Fracking alternativlos ist?“ Eigentlich heißt Tina Tina, damit sie weder heißt wie eine Kollegin oder eines unserer Kinder oder sonst jemand, den wir näher kennen. Aber wenn uns jemand subtile Taktik unterstellt, nehme ich das mal als Kompliment. Und in der Sache selbst? Natürlich ist Fracking nicht alternativlos. Es gibt im Leben immer Alternativen. Man muss sie nur kennen, sich klar gemachen, was welche Konsequenzen hat, und dann entscheiden. Die Erneuerbaren sind auf dem Vormarsch, decken aber immer noch nicht mehr als gut 11 Prozent des deutschen Energiemixes. Bleiben 89 Prozent, die gedeckt werden müssen. Kernenergie? Aus der steigt Deutschland aus. Kohle? Emittiert deutlich mehr CO2 als Erdgas. Erdgas hat eine Reihe von Vorteilen, heimisches allemal. Alternativlos? Nein, aber eine ziemlich gute Alternative.

Schließen