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Sprachausgabe

10. April 2014

Äpfel, Birnen & Erdgas

Ritva Westendorf-Lahouse

Ritva Westendorf-Lahouse Media & Communication Manager

Stellen Sie sich mal vor, Sie hätten Hunger auf einen Apfel und im eigenen Garten einen Apfelbaum. Glücksfall, oder? Sie können den Bedarf direkt mit einem regionalen Produkt stillen, bei dem man weiß und selbst bestimmt, wie es angebaut wurde. Gute Sache. Kämen Sie da auf die Idee, die heimischen Äpfel zu verschmähen und stattdessen loszuziehen, um sich dieselbe Apfelsorte von weit her anliefern zu lassen? Vermutlich eher nein.

Und bei Rohstoffen? Da ist es mit der Vorliebe für das regionale Produkt plötzlich nicht mehr soweit her. Das, was US-Präsident Barack Obama gerade in Brüssel für sein Land noch als Segen bezeichnet hat („Wir sind mit einigen unglaublichen Ressourcen gesegnet“), gilt hierzulande augenscheinlich vielen eher als unbequeme Bürde. Dass Deutschland bis zu 35 Prozent seines Erdgasbedarfs aus eigenen Quellen decken könnte, scheint fast eine Belastung zu sein.

Importe von Schiefergas? Ja, warum eigentlich nicht. Eigenes Schiefergas? Nee, das muss doch nicht sein…

Ich vergleiche Äpfeln mit Birnen? Vielleicht, aber für Birnen gilt dasselbe!

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