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Sprachausgabe

9. Sept. 2013

Chancen wahren

Ritva Westendorf-Lahouse

Ritva Westendorf-Lahouse Media & Communication Manager

Wenige deutsche Begriffe schaffen es in den angloamerikanischen Sprachgebrauch. „Kindergarten“ gehört dazu, ebenso „Schadenfreude“ oder „gemütlich“. Auch unsere „Energiewende“ und damit eines der weltweit ehrgeizigsten Energiekonzepte ist mittlerweile als Begriff etabliert. Auch wenn viele internationale Energieexperten bezweifeln, dass dieses Energiekonzept auch für das eigene Land übertragbar wäre, so schaut die Welt auf uns und will wissen, ob und wie es uns gelingt, Ausstieg aus der Kernenergie einerseits und Ausbau der Erneuerbaren Energien andererseits unter einen Hut zu bekommen. Das Konzept ist ehrgeizig, und Rückschläge wie der jüngste Anstieg der CO2 Emissionen, sicher kein Anlass, gleich wieder alles über den Haufen zu werfen. Aber die Energiewende muss mehr als Ideologie sein, sie muss den Realitätstest bestehen. Und dafür braucht es einen ehrlichen Blick auf die Fakten: Wir werden trotz aller Anstrengung in den kommenden Jahrzehnten ohne fossile Energieträger nicht auskommen. Sie machen heute fast 80 Prozent unseres Energiemixes aus. Erdgas ist unter den Fossilen klar im Vorteil. Die USA machen vor, welche positiven Auswirkungen der Umstieg von Kohle auf Gas mit sich bringt. Längst wurde dort der Begriff der „Schiefergaswende“ geprägt. Können wir das in Deutschland 1:1 übernehmen? Nein, natürlich nicht, aber wir könnten mit heimischem Schiefergas die Chancen erhöhen, dass unsere Energiewende gelingt – und damit zugleich unsere Chancen wahren, als Technologie- und Ingenieursland bei einem weltweiten Trend unser Können und Wissen einzubringen.

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