Zum Hauptinhalt springen
Suche

Sprachausgabe

7. Nov. 2014

Hat gar nicht weh getan

Ritva Westendorf-Lahouse

Ritva Westendorf-Lahouse Media & Communication Manager

Ist es mutig, als ExxonMobil der Berliner taz ein Interview zu geben? Vielleicht. Spannend ist es allemal und in jeder Hinsicht lehrreich.

Vor ein paar Wochen saßen wir im Team zusammen und diskutierten ob es an der Zeit sei, dass unser Vorstandsvorsitzender sich wieder einmal in einem Print-Interview äußert. Ja, sagten wir uns, jetzt nach dem Offenen Brief ist ein guter Zeitpunkt. Und: wenn wir es mit Transparenz und Dialog ernst meinen, dann müssen wir dahin wo es weh tut… sprich, in eine Zeitung, die für alles andere als Industrielagerjournalismus steht, wo sich das Gros der Leserschaft vermutlich schon beim Gedanken an ExxonMobil die Haare raufen möchte und wo wir sicher sein können, dass wir keine dankbaren Fragen zu hören bekommen. Und so entschieden wir uns für die taz und die taz sich für uns.

Heute nun ist das Interview erschienen. Und? Kritisch, na klar (und mal ehrlich: es hätte ja nun wirklich schönere Fotos gegeben).

Aber trotz aller provokanten und unbequemen Fragen – es hat gar nicht weh getan… vor allem aber gab es viel zu lernen: Auch wenn man meint, dass Welten aufeinander prallen, letztlich sind auf beiden Seiten des Tisches Menschen, die an ihre Auffassung nicht nur glauben, weil sie dafür bezahlt werden. Weder die eine noch die andere Position ist bloße Ideologie, es gibt nicht immer nur eine Wahrheit und manch Vorbehalt löst sich in Luft auf, wenn man erst einmal ins Gespräch kommt. Mehr davon!

Ach ja, Herr Kreutzfeldt, einen unserer Glasuntersetzer bringe ich Ihnen gerne mit, wenn ich auf dem Weg zu einem der vielen, vielen Lobby-Gespräche mal wieder im taz Café vorbeischaue 😉

Schließen