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Sprachausgabe

7. Juli 2015

Die acatech Position zu Hydraulic Fracturing

Olaf Martins

Olaf Martins

Anfang Juni hat acatech, die Deutsche Akademie für Technikwissenschaften, das Positionspapier ‚Hydraulic Fracturing – eine Technologie in der Diskussion‘ veröffentlicht.

Acatech versammelt führende Wissenschaftler und vertritt die deutschen Technikwissenschaften in selbstbestimmter, unabhängiger und gemeinwohlorientierter Weise. Als Arbeitsakademie berät acatech Politik und Gesellschaft in technikwissenschaftlichen und technologiepolitischen Zukunftsfragen.

Gut, dass jetzt auch das Thema Fracking die Aufmerksamkeit der Akademie gefunden hat. In der acatech Position vom Juni 2015 werden detailliert ökonomische, technologische und Umweltaspekte der Technologie beleuchtet. Aber auch rechtliche Rahmenbedingungen und die Bereiche Akzeptanz und Kommunikation kommen nicht zu kurz. Einen Link zur 60 seitigen Studie finden Sie hier.

Für Schnellleser gibt es eine Kurzfassung, deren Fazit lautet:

Ein generelles Verbot von Hydraulic Fracturing lässt sich auf Basis wissenschaftlicher und technischer Fakten nicht begründen. Der Einsatz der Technologie sollte allerdings strengen Sicherheitsstandards folgen, klar geregelt sein und umfassend überwacht werden. In Deutschland gelten bereits heute hohe technische Anforderungen an alle Verfahrensschritte des Bohrens, Untertage-Engineerings und Frackings. Diese müssten auch auf die potenzielle Förderung von Schiefergas oder die Nutzung petrothermaler Reservoire angewendet werden.

Wichtig erscheinen in der gegenwärtigen Situation wissenschaftlich begleitete Pilot-/Testprojekte, sowohl für die Schiefergasförderung als auch für die Tiefengeothermie. Diese sollten unter klar definierten Auflagen und zu vorgegebenen Standards ausgeführt werden und die offenen Fragen bei der Beurteilung der Risiken adressieren. Zugleich könnten die behördlich überwachten Operationen und die frühzeitige Information und Einbindung der Öffentlichkeit die Basis für ein stärkeres Vertrauen in die Fracking-Technologie bilden.

Hoffen wir, dass Wissenschaft Gehör findet – vor allem bei denen, die über die Zukunft der heimischen Erdgasförderung entscheiden.

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