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Sprachausgabe

6. Okt. 2015

„Hallo, ist da jemand…?”

Ritva Westendorf-Lahouse

Ritva Westendorf-Lahouse Media & Communication Manager

Politische Prozesse gehen mal schneller, mal langsamer, und manchmal bleiben sie auch stehen. Da leistet eine Industrie über Jahrzehnte einen gar nicht mal so geringen Beitrag zur heimischen Energieversorgung, bietet gute Arbeitsplätze gerade in strukturschwachen Regionen, bezieht nicht etwa Subventionen, sondern zahlt Millarden von Förderabgaben, und dann kommt ein Film daher, den Hollywood nicht eindrucksvoller hätte produzieren können, und schon ist diese Industrie des Teufels? Gut, nun ist das Bild des brennenden Wasserhahns sicher nicht allein dafür verantwortlich, dass heimische Erdgasförderung in den Augen einiger so ziemlich das aller-aller-schlimmste ist, was man sich vorstellen kann. Auch die Industrie selbst hat Fehler gemacht, keine Frage. Also was tun? Neue, schärfere Gesetze müssen her. Soweit, so gut. Aber die kommen einfach nicht. Seit Jahren nicht. So viele Studien wie schon erstellt wurden, kann keiner lesen, Diskussionsveranstaltungen zum Thema drehen sich seit Jahren im Kreis. Es gibt schlicht nichts mehr zu sagen. Nur zu entscheiden. Doch was passiert? Nichts. Woche für Woche der Blick auf die Tagesordnung des Bundestages: wieder nicht. Wohl kaum eine andere Industrie würde so lange die Füße stillhalten und immer wieder den Konsens suchen. Was bringt das? “Hallo, ist da jemand…?” möchte man rufen, und tut es doch nicht, um nicht noch Öl ins Feuer zu gießen. Obwohl…nein…oder doch?

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