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Sprachausgabe

6. Jan. 2015

Ach, sorry, war gar nicht Fracking.

Ritva Westendorf-Lahouse

Ritva Westendorf-Lahouse Media & Communication Manager

Der brennende Wasserhahn – DAS Bild, mit dem Fracking weltweit so berühmt wie berüchtigt wurde. Das Bild, das nicht selten halbe Zeitungsseiten füllte, entstammt dem Dokumentarfilm „Gasland“ des Regisseurs Josh Fox, der mit eindrucksvollen Vorwürfen eine ganze Industrie an den Pranger gestellt hat. Bis heute wird der Film auf „Informationsabenden“ gezeigt, viele besorgte Menschen nahmen den Film zum Anlass sich Bürgerinitiativen gegen Fracking anzuschließen. Wer will schon solche Zustände vor der eigenen Haustür haben? Sie nicht, ich auch nicht. Auch in den öffentlich-rechtlichen Medien hatte der Film seine Bühne und der Blick ins Programmheft war für uns jedes Mal Grund genug, am nächsten Tag lieber nicht allzu viele Termine einzuplanen, denn reihenweise empörte Anrufe und Emails waren uns sicher. Nun plötzlich die Kehrtwende: Nach mehr als vier Jahren sehen ARD, ZDF und Arte nun davon ab, den Film weiter zu zeigen. Die Kritik an „Gasland“ sei berechtigt. Manches in dem Film halte einer Überprüfung nicht stand, heißt es . Ja, darauf haben Fachleute weltweit jahrelang aufmerksam gemacht, sogar Josh Fox selbst hatte eingeräumt, nicht alle Tatsachen für relevant gehalten zu haben. Gut, dass Medien – wenn auch nur mit einer Randnotiz – darauf reagieren. Blöd nur, dass es so lange gedauert hat. Der Schaden ist bereits entstanden. Nicht so sehr bei uns, aber bei den vielen Menschen, die auf „Dokumentationen“ wie diese vertrauen.

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