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Sprachausgabe

5. Aug. 2015

April 2015

Olaf Martins

Olaf Martins

Manchmal passieren Dinge, die man erst hinterher als bedeutsam oder gar ‚historisch‘ erkennt. Der April 2015 könnte ein solches Datum für die USA sein. Erstmals wurde mehr Strom aus Erdgas als aus Kohle gewonnen. Laut Angaben der US Energy Information Administration wurden 92.500 GWh Strom aus Erdgas produziert, rund 31 Prozent des Bedarfs. Kohle steuerte mit 89.000 GWh rund 30 Prozent bei.

Eine Reihe von Gründen haben zu dieser Entwicklung beigetragen. Neben verschärften Umweltauflagen – bei der Stromerzeugung aus Erdgas werden im Vergleich zu Kohle bis zu 60 Prozent weniger CO2 emittiert – ist dies im Wesentlichen die nachhaltige Verfügbarkeit von heimischem Schiefergas. Modernste 3D Seismik, Horizontalbohrtechniken und Fracking haben diesen Erfolg in den USA ermöglicht.

Dieser ist umso bemerkenswerter als noch 2010 die Anteile von Erdgas am Strommix bei 22 Prozent und für Kohle bei 44 Prozent lagen. In nur fünf Jahren konnte der große Rückstand wettgemacht werden. Ein Erfolg nicht nur für die Erdgasindustrie, sondern vor allem für die Umwelt: Die Treibhausgasemissionen der USA sind so niedrig wie seit 20 Jahren nicht mehr, und das bei steigender Bevölkerung und wachsender Wirtschaft!

Und Deutschland? Bei uns lag der Kohleanteil an der Verstromung 2014 bei 43 Prozent, der von Erdgas nur bei 10 Prozent (bdew.de). Sollten wir nicht stärker auf Erdgas setzen, um unsere Klimaziele zu erreichen? Und zwar auf heimisches, denn davon haben wir noch eine ganze Menge.

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