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Sprachausgabe

5. Jan. 2015

Wenn schon, denn schon?

Ritva Westendorf-Lahouse

Ritva Westendorf-Lahouse Media & Communication Manager

In den letzten Wochen werde ich ja den Eindruck nicht los, als würde eine gute Portion Doppelmoral zurzeit hoch im Kurs stehen. Erdgasautofahren mit „Stopp Fracking“ Aufkleber ist das eine. Gegen Fracking sein, aber doch sehr gerne den Benziner (wahlweise auch Diesel) zu günstigen Konditionen volltanken, weil u.a. Fracking international die Rohölpreise drückt, das andere. So richtig verwundert es dann eigentlich nicht mehr, dass nun auch von allen Seiten vehement Stimmen laut werden, die Energieversorger mögen doch bitte schön die günstigen Gaspreise an die Verbraucher weitergeben. Fracking senkt die Gaspreise – was früher nur die bösen Industrielobbyisten behauptet haben, um auch in Deutschland ihrem Teufelswerk nachzugehen, gilt jetzt als gegeben – und wenn wir in Deutschland doch schon „alle“ kein Fracking haben wollen, so doch aber bitte die Vorzüge, die das unsägliche F-Wort andernorts mit sich bringt. Ich behaupte, dass kein Land der Welt so sicher und umweltgerecht fracken kann wie Deutschland, aber stattdessen lieber woanders zu womöglich schlechteren Bedingungen Erdgas fördern zu lassen, es über weite Strecken herzutransportieren und dann die Vorzüge kassieren? Wenn schon gegen Fracking, dann auch konsequent. Oder doch nicht?

P.S.: Nein, wir als ExxonMobil verkaufen unser Erdgas nicht an Haushalte, also bitte schimpfen Sie diesmal nicht mit uns.

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