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Sprachausgabe

4. März 2016

Fracksausen

Florian Pautzsch

Florian Pautzsch Communication Advisor

Schon mal Schilder mit „Stopp Hydraulische Bohrlochbehandlung!“ gesehen? Wohl eher nicht. „Stopp Fracking!“ hin und wieder schon. Gemeint ist dasselbe, sollte man meinen: ein Verfahren, das Öl und Gas Fließwege im Gestein verschafft, weder „Fördermethode“ noch „Bohrtechnologie“. Aber Fracking ist ein Kunstbegriff und daher wird er verwendet wie es gerade passt, bis hin zu einem Synonym für alles, was irgendwas mit Erdgas- oder Erdölförderung zu tun hat. Selbst der Duden, der seit 2013 den neuen Begriff Fracking für eine im Grunde uralte Technologie führt, versteht darunter „das Aufspalten von Gestein mit Chemikalien und hohem Wasserdruck zur Gewinnung von Gas oder Erdöl“, was mit dem eigentlichen Hydraulic Fracturing Verfahren nicht so richtig übereinstimmt. Aber das ist vermutlich künstlerische Freiheit, genauso wie der brennende Wasserhahn aus dem Film „Gasland“. Macht das die Diskussion einfacher? Nein, natürlich nicht. Es führt dazu, dass Dinge durcheinander gebracht, Missverständnisse vertieft und Glaubwürdigkeiten untergraben werden. Kurzum: es führt zu weiterem Fracksausen. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt!

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