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Sprachausgabe

3. Feb. 2014

Verbohrt?

Ritva Westendorf-Lahouse

Ritva Westendorf-Lahouse Media & Communication Manager

Ich bekam vor einigen Monaten Besuch von einem jungen Aktivisten, der mich um meine Unterschrift für eine Petition bat, die zum Ziel hatte, Fracking einzuschränken. Ich sagte „Nein, danke“ und er fragte, warum. Ich antwortete: „Weil mir die Umwelt am Herzen liegt“.

So beginnt ein Leserbrief aus Colorado, USA, und er bietet reichlich Stoff zum Nachdenken in vielerlei Hinsicht. Unter anderem erinnert er daran, dass die Dinge doch nicht immer ganz so einfach sind, wie sie manch einem zunächst scheinen. Das gern gezeichnete Bild von Gut gegen Böse, Klein gegen Groß, Umweltschützer gegen Multis ist zu simpel und wird keiner Seite gerecht. Weder ist den Unternehmen die Umwelt gleich, noch sind Kritiker per se Träumer oder blenden ökonomische Realitäten aus. Mag der Blickwinkel auch unterschiedlich sein, unter dem Strich liegen die Interessen gar nicht so weit auseinander. Da kann man zusammen kommen – wenn man es will und jeder auch bereit ist, das „Das-haben-wir-immer-schon-so-gemacht“ oder ein „Das-muss-aber-so-sein“ abzulegen. Wer Lösungen sucht, muss bereit sein, seine eigene Position immer wieder zu hinterfragen. Alles andere wäre einfach nur verbohrt – und das will ja keiner!

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