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Sprachausgabe

1. Dez. 2014

Schiefergas ist Erdgas 4.0

Olaf Martins

Olaf Martins

Industrie 4.0, die vierte Phase der Industrialisierung, ist in aller Munde. Aber auch in der deutschen Erdgasförderung kann mit Schiefergas eine neue, eine vierte Ära eingeläutet werden.

Zu Beginn der kommerziellen deutschen Erdgasförderung vor über 50 Jahren genügten bloße Förderbohrungen, um das heimische Erdgas aus dem Sandstein zu befreien. Der natürliche Lagerstättendruck reichte in diesem verhältnismäßig porösem Gestein aus, damit das Erdgas nach oben strömte. Als in einigen Sandsteinlagerstätten die Fördermengen zurückgingen, wurde nach technischen Wegen gesucht, die Lebensdauer dieser Felder zu verlängern. So konnte bereits 1961 erstmals das Hydraulic Fracturing Verfahren eingesetzt und eine zweite Phase der deutschen Erdgasförderung eingeläutet werden. Durch die künstlich erzeugten Risse strömte Erdgas durch den Bohrstrang nach oben und so manch ein Feld erlebte eine Wiedergeburt.

Beflügelt durch diese Erfolge wandte sich die Industrie Anfang der 80er Jahre dem Tight Gas zu, Lagerstätten mit besonders dichtem Gestein, Lagerstätten, in denen von Beginn an gefrackt werden muss, Lagerstätten, in denen oft auch schon Fracs mit Horizontalbohrungen kombiniert wurden. Diese dritte Phase bescherte der heimischen Erdgasförderung einen deutlichen Aufschwung und Milliarden Kubikmeter Tight Gas halfen, den heimischen Erdgasbedarf zu decken. Aufbauend auf diesen guten Erfahrungen in Sandsteinlagerstätten, wendet sich die Industrie nunmehr dem Schiefergas zu. Ein Potential von bis 2,3 Billionen Kubikmeter wird hier vermutet, die Chance, dass Deutschland auf Jahre hinaus seinen Erdgasbedarf zu bis zu einem Drittel selbst decken kann und bei Importen eine gute Verhandlungsposition behält.

Wir sollten daher diese vierte Phase mit Augenmaß, aber auch zügig und optimistisch angehen. Ich bin fest davon überzeugt, dass Schiefergas in Deutschland zu Erdgas 4.0 werden kann.

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