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Sprachausgabe

1. Okt. 2015

Ein alter Hut

Ulrike Schopp

Bei den meisten Diskussionen zu Fracking geht es zuallererst um die Angst vor einer Verschmutzung des Trinkwassers. Da können die Erdgasproduzenten noch so oft erklären, dass es dabei in Deutschland bei 28.000 Bohrungen und über 300 Fracs keine Probleme gab. Die Unsicherheit bleibt: „Die haben doch gar kein Interesse daran, uns die Wahrheit zu sagen.“, oder „Denen geht es doch nur um Profit“ hab‘ ich schon oft bei Veranstaltungen gehört. Aber es gibt auch Ansprechpartner, bei denen es schwerer fällt, solche Vorwürfe zu äußern. Zum Beispiel beim bdew (Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e.V.). Der Interessenvertretung (auch) für die Wasserseite und damit definitiv mit hohem Anspruch das Trinkwasser zu schützen. Und was sagen die zum Thema Fracking? Vor allem eins: „Wir sind uns einig.“ Klammheimlich (oder wurde etwa nur nicht darüber berichtet?) haben sich Gas- und Wasserseite geeinigt, dass einerseits das Trinkwasser nicht gefährdet werden darf, gleichzeitig aber auch die Gewinnung von Erdgas aus unkonventionellen Lagerstätten möglich sein muss. Kein Wunder, dass sie auch zum Regelungspaket Fracking deutliche Worte finden: „Wir fordern die Koalitionsfraktionen dringend auf, das jetzt Erreichte nicht zu gefährden und sich schnellstmöglich für eine Verabschiedung einzusetzen.“ Auch das muss ich in den Medien völlig übersehen haben. Aber eigentlich ist das alles tatsächlich kaum eine Nachricht wert, denn dass sauberes Trinkwasser und Erdgasförderung in Deutschland seit über 60 Jahren Hand in Hand gehen, ist doch ein alter Hut.

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