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Seismik

Um Erdgas fördern zu können, muss es zunächst gefunden werden. Da Erdgas- und Erdöllagerstätten nur unter bestimmten geologischen Voraussetzungen vorkommen, ist eine genaue Untersuchung des Untergrundes unumgänglich.

Sind keine ausreichenden Daten verfügbar, werden daher in einem ersten Schritt die aus geologischer Sicht interessanten Gesteinsschichten mittels Seismik erkundet. Dieses Verfahren wird auch in Deutschland seit den 1940er Jahren eingesetzt; Elektronik und Aufzeichnungstechnik haben sich seitdem deutlich weiterentwickelt.

Reflexionsseismik

Die Untersuchung des Bodens erfolgt durch Reflexionsseismik, ein Verfahren, bei dem Schallwellen ausgelöst werden. Dies geschieht meist mittels kleiner Sprengungen in etwa 10 bis 15 Metern Tiefe.

Die dabei entstehenden Schallwellen breiten sich im Boden aus und werden an der Grenze unterschiedlicher geologischer Gesteinsformationen gebrochen und teilweise zur Erdoberfläche reflektiert. Hochempfindliche Messgeräte, die so genannten Geophone, wandeln die Schallwellen in elektrische Signale um. Diese werden im Rechenzentrum ausgewertet, um daraus ein Bild des Untergrundes zu erstellen.

Vibroseismik

In bebauten Gebieten wird statt der Sprengseismik ein Verfahren eingesetzt, das als Vibroseismik bezeichnet wird. Die Schallwellen werden bei diesem Verfahren durch auf Spezialfahrzeugen montierte Vibratoren auf den Untergrund übertragen.

Vibroseismik
Foto — Bei Vibroseismik werden die Schallwellen über Spezialfahrzeuge übertragen

3D- Seismik

Seit 1972 wird in Deutschland die 3-D-Seismik genutzt. Bei diesem Verfahren wird ein dreidimensionales Bild der geologischen Erdschichten des Untergrundes bis in eine Tiefe von etwa 6.000 Meter erstellt.

Hierfür wird ein Untersuchungsgebiet mit einem Gitternetz von parallel verlaufenden Geophonlinien und überzogen. Parallel verlaufen Reihen von Punkten an denen Schallwellen ausgelöst werden – die so genannten Schusstraverse. Die Schusstraversen sowie die Geophonlinien liegen dabei normalerweise jeweils 400 bis 500 Meter auseinander. Die zu untersuchenden Gebiete variieren in Größe und können mehrere hundert Quadratkilometer betragen.

Illustration 3D Seismik
Foto — 3D-Seismik: Ein Blick in die Tiefe

Dieses bildet zusammen mit anderen Daten eine wichtige Grundlage für eine anschließende Probebohrung. Nur eine solche Bohrung kann letzte Gewissheit darüber bringen, ob sich tatsächlich ausreichende Erdgas- oder Erdölmengen im Untergrund befinden.

Vizraum 3D Seismik
Foto — 3D-Seismik visualisiert im Vizraum

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