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Förderung von Erdgas

Die Technik am Bohrloch

Zur Förderung von Erdgas wird in das Bohrloch ein mehrfach abgedichtetes Rohr – der sogenannte Förderstrang – eingebaut, der bis zum tiefsten Punkt der Lagerstätte reicht. Damit das Erdgas zufließen kann, wird das untere Teilstück perforiert, also mit kleinen Löchern versehen. Aufgrund der natürlichen Strömungseigenschaften und des vorherrschenden Lagerstättendrucks kann so das Erdgas aus dem Vorkommen gefördert werden.

Im Förderstrang ist ein Untertage-Sicherheitsventil eingebaut, das verhindert, dass Erdgas unkontrolliert austritt. Den obererdigen Bohrlochabschluss bildet das mit hydraulischen Absperrschiebern ausgerüstete Eruptionskreuz, auch Blowout-Preventer genannt. Die Absperrschieber können sowohl vom jeweiligen Bohrplatz als auch von den Leitzentralen aus betätigt werden.

Söhlingen Z16
Foto — Erdgasförderung Söhlingen Z16

Wenn das Erdgas aus der Lagerstätte strömt, enthält es natürlicherweise einen gewissen Anteil Wasserdampf. Bevor das Erdgas in das überregionale Transportsystem eingespeist wird, muss es deshalb getrocknet werden. Das Wasser wird in so genannten Gastrocknungsanlagen abgeschieden.

Gastrocknungsanlagen sind in sich geschlossene Systeme, bei denen alle Überdruckabsicherungen aus Sicherheitsgründen in ein Fackelsystem eingebunden sind. Für den Fall der Auslösung dieser Druckabsicherung wird das überschüssige Gas zu einer Fackelspitze geleitet und kann dort sicher verbrannt werden. Das nach der Trocknung verkaufsgerechte Erdgas kann dem Kunden direkt über Pipelines geliefert werden.

Wartungsarbeiten

Zur Aufrechterhaltung der Förderung ist es in Einzelfällen notwendig Reinigungsarbeiten an Erdgasbohrungen durchzuführen. Dabei wird der Förderstrang und der bohrlochnahe Bereich (Schnittstelle zwischen Lagerstätte/Bohrung bzw. Eintrittsbereich des Erdgases in die Bohrung) von Kalkablagerungen, sog. Karbonaten befreit. Diese Ablagerungen reduzieren die Fließwege des Erdgases und verursachen dadurch einen Förderrückgang.

Im Zuge der Reinigungsarbeiten kann es aus technischen Gründen erforderlich sein, das aus der Bohrung strömende Erdgas für kurze Zeiträume in ein Fackelsystem zu leiten und dort sicher zu verbrennen. Bei den für diese Arbeiten eingesetzten mobilen Fackeln tragen Quecksilberabscheider (Aktivkohlefilter) dafür Sorge, dass die Grenzwerte der TA-Luft (Technische Anleitung zur Reinhaltung der Luft) für Quecksilberemissionen eingehalten werden.

Es findet ein regelmäßiges Monitoring der Aktivkohlefilter statt, bei der die Funktionsfähigkeit überprüft wird. Ausgetauschte Aktivkohle wird den gesetzlichen Vorschriften entsprechend von Fachfirmen entsorgt.

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