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Lagerstätten

Unterscheidung von Lagerstätten

In der aktuellen Debatte um Erdgasförderung und Fracking wird zwischen konventionellen und unkonventionellen Lagerstätten unterschieden. Ob konventionell oder unkonventionell, Erdgas befindet sich nicht in Blasen, sondern in Gesteinsporen.

In Deutschland wird seit vielen Jahrzehnten Erdgas aus konventionellen Lagerstätten gefördert. Dabei handelt es sich um Sandsteine, in denen das Erdgas über viele Hunderte Millionen Jahre gespeichert war (Speichergesteine). In Deutschland liegen diese Vorkommen in Tiefen von etwa 2.000 bis unterhalb von 5.000 Metern. Zum Vergleich: Nutzbare Grundwasservorkommen liegen in der Regel bei max. 200 Metern. Je nach Beschaffenheit des Speichergesteins kann für die Förderung des darin enthaltenen Erdgases die Anwendung des Fracking-Verfahrens erforderlich sein. Bisher sind in Deutschland in Sandsteinen mehr als 300 Fracking-Maßnahmen sicher und umweltverträglich durchgeführt worden. Etwa ein Drittel des hierzulande geförderten Erdgases geht auf dieses Verfahren zurück.

Neu ist in Deutschland die Erkundung von Erdgas aus sog. unkonventionellen Lagerstätten. Hierbei handelt es sich um solche Gesteine, in denen das Erdgas nicht nur enthalten, sondern auch entstanden ist (Muttergesteine). Bei diesen Vorkommen ist zwischen Schiefergestein und Kohleflözen zu unterscheiden. Während für eine Gewinnung von Erdgas aus Schiefergestein die Anwendung des Fracking-Verfahrens in jedem Fall erforderlich ist, hängt dies bei Kohleflözen von dem jeweiligen Vorkommen ab. Unkonventionelle Lagerstätten befinden sich in Deutschland in Tiefen von rund 1.000 bis etwa 2.500 Meter.

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3.000-m-Grenze

Die in der öffentlichen Debatte eingeführte Grenze von 3.000 m, unterhalb der Fracking-Vorhaben erlaubt sein soll, ist politisch gesetzt und stimmt nicht mit den geologischen Gegebenheiten in Deutschland überein. Konventionelle Lagerstätten liegen teils flacher als 3.000 m und auch in solchen Tiefen ist das Fracking-Verfahren bereits häufig erfolgreich eingesetzt worden.

Wie bilden sich Erdgaslagerstätten?

Erdgas ist ein fossiler Energieträger, der durch biologische, physikalische und chemische Prozesse aus organischen Substanzen entsteht. Bei vielen Erdgaslagerstätten hat dieser Prozess über einige Hundert Millionen Jahre gedauert. Dabei wird die organische Masse (z.B. Pflanzen und Algen) in Sedimentationsräumen abgelagert und kontinuierlich von weiteren Sedimenten überdeckt, so dass sie nach langer Zeit Schichten in der Tiefe bildet.

Durch die Zunahme von Druck und Temperatur entwickelt sich das so genannte Muttergestein, in dem nutzbare Kohlenwasserstoffe wie Erdgas entstehen. Die eigentliche Erdgaslagerstätte bildet sich, wenn das von Natur aus aufsteigende Erdgas an einer undurchlässigen, geologischen Barriere (z.B. Tonstein, Steinsalz) gestoppt und gespeichert wird.

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