Zum Hauptinhalt springen
Suche

Erdgas in der Stromerzeugung

Als fossiler Energieträger mit den geringsten CO2-Emissionen spielt Erdgas bei der Stromerzeugung eine immer wichtigere Rolle. Mit einem Anteil von aktuell fast 40 Prozent entfällt der größte Teil des Primärenergiebedarfs auf den Einsatz zur Stromerzeugung.

Infolge der positiven Wirtschaftsentwicklung wird der Strombedarf in Deutschland bis 2030 noch weiter steigen. Danach wirkt sich der Bevölkerungsrückgang leicht dämpfend aus.

Durchschnittlich betrachtet bleibt der Bruttostromverbrauch von 2015 bis 2040 auf dem gleichen Niveau. Dagegen wächst das Bruttoinlandsprodukts (BIP) im gleichen Zeitraum um 1,2 Prozent. Das zeigt, wie viel effizienter sowohl gewerbliche als auch private Verbraucher Strom im Lauf der Zeit nutzen.

Tabelle — PEV Einsatz zur Stromerzeugung gesamt

Der Energiemix im Wandel

Obwohl der Stromverbrauch bis 2040 stabil bleibt, geht der Primärenergieeinsatz zur Stromerzeugung um rund 40 Prozent zurück. Das ist hauptsächlich auf den geänderten Erzeugungsmix zurückzuführen: Kernkraftwerke, die mit 33 Prozent den geringsten Wirkungsgrad besitzen, werden nach und nach durch andere Kraftwerke mit höherem Wirkungsgrad ersetzt. Ein gutes Beispiel dafür sind moderne Gas- und Dampfkraftwerke mit einem Wirkungsgrad von etwa 60 Prozent. Neue Kohlekraftwerke erreichen einen Wirkungsgrad von 46 Prozent.

Im Jahr 2015 trug die Kernenergie noch 20 Prozent zur Stromerzeugung bei. Ihre Nutzung ist aus vielerlei Gründen umstritten, aber bei der Stromerzeugung mit Kernenergie fallen keine CO2-Emissionen an. Da sie 2023 nicht mehr zur Verfügung steht, ist ein Ersatz mit möglichst niedrigen CO2-Emissionen nötig. Kohle bietet sich aufgrund ihrer hohen CO2-Emissionen als klimaschonende Alternative zur Kernenergie nicht an. Deswegen geht ihr Anteil bis 2040 stark zurück. Aktuell ist allerdings der Einsatz von Kohle zur Verstromung wegen günstiger Weltmarktpreise immer noch hoch. Solange die Preise für CO2-Zertifikate niedrig sind, verdrängt die Kohle das Erdgas aus der Stromerzeugung. Das gefährdet jedoch das Erreichen der Klimaschutzziele. Deshalb wird hier langfristig eine Umorientierung erfolgen (müssen).

Video wird geladen ...

Erdgas bietet viele Vorteile

Erdgas ist der am saubersten verbrennende fossile Energieträger und emittiert im Vergleich zu Kohle etwa 60 Prozent weniger CO2 bei der Stromerzeugung. Nach dem Beschluss zum Ausstieg aus der emissionsfreien Kernenergie bietet sich Erdgas deswegen als wichtiger Baustein zur Erreichung der von Bundesregierung und Europäischer Union festgelegten Klimaschutzziele an.

Im Winter besteht der größte Strombedarf. In dieser Jahreszeit steht aber am wenigsten Energie aus Wind und Sonne bereit. Auch Importstrom steht kaum zur Verfügung, da unsere Nachbarländer ebenfalls einen hohen Strombedarf haben. Erdgaskraftwerke sorgen bei fluktuierender Einspeisung aus erneuerbaren Energien schnell für Stabilität im Stromnetz und gewährleisten damit die Versorgungssicherheit.

Power-to-Gas

Beim Power-to-Gas-Verfahren wird Wasser mit Strom per Elektrolyse in Sauerstoff und Wasserstoff gespalten. Danach wird der Wasserstoff mit Hilfe von CO2 in Methan umgewandelt. Bei der so genannten Methanisierung entsteht „synthetisches Erdgas“, das wie natürliches Erdgas in das Leitungsnetz eingespeist werden kann – zum Beispiel zur Wärme- oder Stromerzeugung. Der Umwandlungsverlust ist zwar hoch, das Verfahren aber CO2-neutral und eine gute Möglichkeit, überschüssige Mengen wetterabhängig erzeugten Stroms zu nutzen. Diese wären sonst verloren oder würden aufgrund des Vertriebs zu Dumping-Preisen den Strommarkt weiter durcheinander bringen.

Auch für die Power-to-Gas-Technologie ist die Erdgasinfrastruktur sehr gut geeignet, um mit Hilfe des Erdgasnetzes überschüssigen Strom aus Wind- und Photovoltaikanlagen zu speichern.

Schließen