Zum Hauptinhalt springen
Suche

Versorgungssicherheit

Die große Mehrheit der deutschen Bevölkerung steht hinter dem Verzicht auf Kernkraft und erwartet, dass die Energiewende erfolgreich fortgeführt wird. Gleichzeitig muss aber weiterhin die Versorgungssicherheit gewährleistet sein. Deutschlands Bürger und Unternehmen müssen sich darauf verlassen können, dass sichere und bezahlbare Energie für sie jederzeit verfügbar ist.

Herausforderung Energiewende

Die vom Bundestag beschlossene Energiewende stellt Deutschland vor große Herausforderungen. Deutschland hat sich dabei ehrgeizige Klimaschutzziele gesetzt und den vorzeitigen Ausstieg aus der Kernenergie beschlossen. Bis zum Jahr 2022 sollen alle Kernkraftwerke außer Betrieb genommen werden. In ihren Szenarien zur Erreichung der Klimaschutzziele setzt die Bundesregierung auf eine Steigerung der Energieeffizienz und erneuerbare Energien. Dem Wachstum der Erneuerbaren sind jedoch – zum Teil auch natürliche – Grenzen gesetzt. Problematisch für eine verlässliche Energieversorgung sind die schwankenden Einspeisemengen und kaum vorhandene Speichermöglichkeiten. Hinzu kommt ein vergleichsweise hoher Flächenbedarf.

Video wird geladen ...

Internationale Entwicklungen

Gleichzeitig beeinflussen auch internationale Entwicklungen den deutschen Energiemarkt und die hiesigen Klimaschutzziele. Hervorzuheben ist die stark gestiegene Förderung von Erdgas aus Schiefergestein in den USA. Neben dem globalen Markt für Erdgas verändert diese auch die Wettbewerbsfähigkeit von Kohle. Bei der Verstromung hat preisgünstiges Erdgas in den USA Kohle als wichtigsten Energieträger abgelöst. Der Kohleanteil sank innerhalb kurzer Zeit von über 50 Prozent auf etwa 40 Prozent. Zwischen 2006 und 2011 konnten die USA ihre CO2-Emissionen so um 430 Millionen Tonnen senken.

Tabelle — Mit steigender Nutzung von Erdgas sinken die CO2 Emissionen in den USA
Quelle: Int. Energy Agency , U.S. Energy Information Administration

Umgekehrt kommt Kohle in Deutschland aufgrund des günstigen Preises verstärkt zum Einsatz mit erheblichen Einflüssen für die CO2-Emissionen.

Erneuerbare brauchen verlässlichen Partner

Mit dem Ausstieg aus der Kernenergie und dem verstärkten Ausbau der erneuerbaren Energien allein ist die Energiewende jedoch nicht zu bewältigen. Um eine sichere Energieversorgung für den Industriestandort Deutschland zu gewährleisten, benötigen die Erneuerbaren deswegen einen umweltschonenden, flexiblen Partner, der dauerhaft die Back-up-Funktion übernimmt.

Wenn jetzt die richtigen Weichen gestellt werden, stehen die Chancen gut, dass die Energiewende nachhaltig zum Erfolg geführt wird. Die Innovationsstärke des Standorts Deutschland bietet dafür beste Voraussetzungen.

Prof. Dr. Henning Kagermann, Präsident Deutsche Akademie der Technikwissenschaften e.V.

Die große Mehrheit der deutschen Bevölkerung steht hinter dem Verzicht auf Kernkraft und erwartet, dass die Energiewende erfolgreich fortgeführt wird. Gleichzeitig muss aber weiterhin die Versorgungssicherheit gewährleistet sein. Deutschlands Bürger und Unternehmen müssen sich darauf verlassen können, dass sichere und bezahlbare Energie für sie jederzeit verfügbar ist.

  • One-Pager: Energie in Zahlen
    Energie in Zahlen - One Pager

    Wir benötigen sie jeden Tag, zu jeder Stunde, sogar zu jeder Minute: Energie. Nachstehend finden Sie hierzu einige Zahlen und Fakten zusammengefaßt auf einer Seite.

Erdgas als Wegbereiter der Energiewende

Ergänzend zu regenerativen Energien benötigt Deutschland deshalb flexibel steuerbare Kraftwerkskapazitäten, um die Versorgungssicherheit im Bereich Elektrizität weiterhin gewährleisten zu können. Hier bietet sich Erdgas an. Kein Energieträger eignet sich in vergleichbarer Weise als Partner für erneuerbare Energien. Die Möglichkeit Gaskraftwerke schnell hochzufahren, deutlich niedrigere CO2-Emissionen im Vergleich zur Kohleverstromung und die Option, überschüssigen Strom als Erdgas zu speichern sind einige der wichtigsten Vorteile.

Tabelle — Klimabilanzen fossiler Energieträger bei der Stromerzeugung
Quelle: Gas Naturally 2013, © ExxonMobil - Energieprognose 2013
 

Besonders im Wärmebereich spielt Erdgas eine bedeutende Rolle: Fast jeder zweite Haushalt heizt mit diesem Energieträger. Gerade in modernen Heizungssystemen und in Verbindung mit der so genannten Kraft-Wärme-Kopplung ist es in der Lage ein hocheffizienter, kostengünstiger und klimaverträglicher Wärmelieferant zu sein.

Neben den Bereichen Strom und Wärme kommt Erdgas darüber hinaus im Verkehr zum Einsatz. Ein wachsender Anteil an Fahrzeugen wird mit sogenanntem CNG – komprimiertem Erdgas – betrieben. Auch im Schiffsverkehr wird zunehmend Flüssigerdgas (LNG) als Treibstoff eingesetzt.

Darüber hinaus dient Erdgas im Industriebereich als Grundstoff für verschiedene chemische Prozesse. Nicht zuletzt deswegen macht sich die für Deutschland so wichtige chemische Industrie dafür stark, die heimische Förderung aufrechtzuerhalten beziehungsweise auszubauen.

Erdgas ist flexibel einsetzbar, ausreichend vorhanden und der klimaverträglichste der fossilen Energieträger. Diese Eigenschaften machen Erdgas zu einem zentralen Baustein der Energiewende. 

[G]asbasierte Stromerzeugung ist sauber, kohlenstoffarm, billig und flexibel. Außerdem ist die Technologie ausgereift. Als kohlenstoffärmster fossiler Brennstoff würde es Deutschlands CO₂-Emissionen reduzieren.

Daniel Yergin, Vizepräsident der Analysefirma Information Handling Services (IHS) in einem Gastbeitrag in „DIE ZEIT“ vom 14. Januar 2014

Der Bedarf von Erdgas in Deutschland steigt

Aufgrund der vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten wird die Bedeutung von Erdgas weiter steigen. Zu diesem Ergebnis kommt auch die Energieprognose 2014-2040 von ExxonMobil:

  • Der Anteil von Erdgas am deutschen Primärenergieverbrauch beträgt aktuell rund 22 Prozent.
  • Nach dem Jahr 2030 wird Erdgas in Deutschland Energieträger „Nummer 1“ sein.
  • Bis 2040 wird der Anteil von Erdgas Schätzungen zufolge auf rund 32 Prozent anwachsen.

Die Welt setzt auf Erdgas

Nicht nur in Deutschland, auch weltweit ist Erdgas aufgrund seiner Flexibilität, seiner Klimaverträglichkeit und seiner auf lange Sicht ausreichenden Verfügbarkeit auf dem Vormarsch. Die globale Nachfrage nach Erdgas wird bis zum Jahr 2040 gegenüber 2010 um rund 65 Prozent steigen. Bis zum Jahr 2040 werden 30 Prozent der weltweiten Strommenge mit Erdgas erzeugt. Die globalen Erdgasressourcen, auf die auch Deutschland Zugriff hat, reichen beim aktuellen weltweiten Verbrauch noch bis zu 200 Jahre.

Tabelle — Der globale Erdgasverbrauch wird in den nächsten Jahrzehnten deutlich steigen
© ExxonMobil – Energy Outlook 2013

Schließen