Zum Hauptinhalt springen
Suche

Warum Deutschland Erdgas braucht

Als hoch entwickelter Wirtschaftsstandort ist Deutschland auf eine absolut verlässliche Energieversorgung angewiesen. Dies gilt für Industrieunternehmen, Handwerksbetriebe, Kommunen und private Haushalte gleichermaßen.

Eine sichere Energieversorgung basiert auf der Nutzung verschiedener Energieträger, die sich gegenseitig ergänzen. In Deutschland tragen zurzeit neben der Kernenergie mit 7,5 Prozent insbesondere die fossilen Energieträger mit 79,4 Prozent, aber auch erneuerbare Energien mit 12,6 Prozent zur Energieversorgung bei (Stand: 12/2015, Quelle: AG Energiebilanzen e.V.).

Tabelle — Primärenergieverbrauch in Deutschland 2015
Quelle: Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen (AGEB), Stand: Dezember 2015
 

Als Primärenergie bezeichnet man die in natürlichen Energieträgern (z.B. Mineralöl) vorhandene Energie, die noch keiner Umwandlung oder Aufbereitung (z.B. in Benzin oder Diesel) unterworfen wurde. Der Primärenergieverbrauch (PEV) zeigt die Anteile der einzelnen Energieträger an der gesamt benötigten Energiemenge in Deutschland, z.B. zum Heizen oder Beleuchten.

Nach Berechnungen der AG Energiebilanzen stieg der Verbrauch an Primärenergieträgern in Deutschland 2015 um 1,3 Prozent auf 13.335 Petajoule (PJ) gegenüber über dem Vorjahreszeitraum. Als Hauptgrund für die Verbrauchssteigerung wird die deutlich kühlere Witterung genannt, während der konjunkturelle Einfluss auf den Energieverbrauch als gering eingeschätzt wird. Der Erdgasverbrauch verzeichnete dabei ein Plus von knapp 5 Prozent.

  • One-Pager: Energie in Zahlen
    Energie in Zahlen - One Pager

    Wir benötigen sie jeden Tag, zu jeder Stunde, sogar zu jeder Minute: Energie. Nachstehend finden Sie hierzu einige Zahlen und Fakten zusammengefaßt auf einer Seite.

Erdgasbedarf wird aus verschiedenen Quellen gedeckt

Erdgas spielt heute bereits eine ganz wesentliche Rolle bei der Energieversorgung in Deutschland. Um eine verlässliche Versorgung dauerhaft sicherzustellen, kommt es darauf an, den Bedarf aus verschiedenen Quellen zu decken. Im Jahr 2015 wurden 91 Prozent des benötigten Erdgases importiert. Davon stammt mit etwa 32 Prozent der größte Anteil aus Russland. Auch Norwegen (31 Prozent) und die Niederlande (26 Prozent) sind wichtige Bezugsquellen. Es zeigt sich jedoch, dass die großen herkömmlichen Lagerstätten in Westeuropa ihr Produktionsmaximum erreicht oder sogar überschritten haben. Umso wichtiger ist es daher, neue Vorkommen zu erschließen.

Tabelle — Versorgung deutscher Erdgasmarkt 2015

BGR Studie sieht großes Erdgaspotenzial in Deutschland

9 Prozent des verbrauchten Erdgases stammen aus heimischen Lagerstätten. Die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) hat in ihrer Studie „Schieferöl und Schiefergas in Deutschland - Potenziale und Umweltaspekte“ im Januar 2016 festgestellt, dass Deutschland über nennenswerte zusätzliche Quellen verfügt. Allein im Schiefergestein verfügt Deutschland über Erdgasmengen zwischen 3,6 Billionen m3 und 15,9 Billionen m3. Nicht alle Erdgasmengen aus Schiefergestein sind technisch förderbar. Aufgrund von Vergleichen mit den USA, wo seit Jahren Schiefergas gefördert wird und ausgehend von einem konservativen Ansatz kommt die BGR auf technisch gewinnbare Erdgasmengen von bis zu 2,03 Billionen m3, was etwa dem 200-fachen der derzeitigen Jahresproduktion entspricht. Zum Vergleich: Ein durchschnittlicher Haushalt verbraucht im Jahr etwa 600 m3 Erdgas, das heißt, mit dieser Menge könnten alle Haushalte in Deutschland über 80 Jahre mit Erdgas versorgt werden.

Ein Blick in die USA

In den USA stammt ein beträchtlicher Teil des derzeit produzierten Erdgases aus Schiefergestein. Tendenz weiter steigend. Als Folge sind die Preise für den Energieträger Erdgas deutlich gesunken. Zeitweise lag der Preis in den USA bei etwa einem Viertel des europäischen Niveaus.

Tabelle — Preisentwicklung in den USA, Europa und Asien

Mit den gesunkenen Preisen hat Erdgas bei der Verstromung in den USA Kohle als wichtigsten Energieträger abgelöst. Der Kohleanteil sank binnen kurzer Zeit von über 50 Prozent auf etwa 40 Prozent. Dank dieser Entwicklung konnten die USA ihre CO2 Emissionen von 2006 bis 2011 um etwa 430 Millionen Tonnen senken. Als weitere Folge der niedrigen Preise für Energie erlebt die US-Industrie eine Renaissance, die mit der Schaffung hunderttausender neuer Arbeitsplätze einhergeht. Vertreter namhafter europäischer Industriekonzerne fordern deswegen immer wieder auch in Europa die vorhandenen Schiefergaspotenziale unter Wahrung höchstmöglicher Umweltstandards zu nutzen.

Schließen